Am Ende blieben auch dem Trainer nicht viel mehr als Durchhalteparolen. „Zuletzt hat es viele Beispiele von Comebacks gegeben“, stellte Andrea Trinchieri in den Raum. Doch der Coach der Basketballer des FC Bayern wirkte, als wäre auch sein Glaube zumindest angegriffen, dass diese Halbfinalserie gegen Ulm noch ein gutes Ende nehmen könne.
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass für die so ambitionierten Münchner erstmals seit 2017 mal wieder in einem Playoff-Halbfinale Endstation ist. Diese Aussicht muss ernüchtern, auch wenn in dieser Spielzeit immerhin der Pokal auf der Habenseite steht. Umso mehr als das sich anbahnende Aus gegen die auf den Punkt in Topform spielenden Schwaben zumindest nicht völlig überraschend kommt. Die Bayern schlingerten bereits durch die letzten Saison-Wochen vor den Playoffs.
Natürlich haben die Münchner zurecht auf ihr immenses Verletzungspech hingewiesen. Dass mit Vladimir Lucic, Othello Hunter und Augustine Rubit die drei vielleicht Besten fehlen, ist ein großes Handicap. Die Bayern hatten ihren Kader auch genau um dieses Trio herum aufgebaut und neben ihm zumindest auf den Ausländerpositionen vor allem auf Europa-Neulinge gesetzt. Aber die Bayern haben es versäumt, aus der Situation ihre Schlüsse zu ziehen. Statt sie für die Suche nach einer neuen Struktur des Teams zu nutzen, ließ Trinchieri die bedeutungslosen letzten Hauptrundenspiele austrudeln. Um Kräfte zu sparen, wie er sagte. Und weil sich eine mögliche Playoff-Hierarchie ohnehin auf dem Feld entwickeln müsse.
Beides war ein Trugschluss, wie man nun weiß. In bislang fünf Playoff-Einsätzen offenbarten die Bayern weder einen Kräftevorsprung gegenüber der Konkurrenz noch eine echte Idee, wie das Team auch ohne die voranmarschierenden Lucic und Hunter funktionieren könnte. Mehr noch: Es war schon fast beängstigend, wie das Spiel bei Rückschlägen sowohl im zweiten Viertelfinale als auch in beiden Halbfinals zumindest zeitweise regelrecht kollabierte.
Nun bleibt die Hoffnung, dass der Druck des Gewinnens den Bayern in diesem Prozess auf die Sprünge hilft. Dass man mit dem Rücken zur Wand das Gesicht der Spitzenmannschaft wieder entdeckt. Alleine diese Hoffnung ist eine vage.
patrick.reichelt@ovb.net