Das gefährliche Spiel mit den Fans

von Redaktion

Uli Hoeneß: Kurve hatte Anteil an den jüngsten Rauswürfen

München – Uli Hoeneß macht keinen Hehl daraus, dass auch die Fans des FC Bayern einen entscheidenden Anteil am Rauswurf von CEO Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatten. „Sogar die Leute von der Schickeria (Ultra-Gruppierung, Anm. d. Red.) haben gesagt: Bitte sorgt dafür, dass unser FC Bayern wieder geradeaus läuft“, verriet der Ehrenpräsident im Interview der Süddeutschen Zeitung.

Hierfür seien die Fans sogar zu ihm an den Tegernsee gekommen. Ein gefährliches Spiel… Es gab nämlich Zeiten, da war Hoeneß alles andere als gut auf bestimmte Fangruppen zu sprechen, wie beispielsweise bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 2021, die mit einer Fan-Revolte endete. „Ich schäme mich. Das ist die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe“, sagte Hoeneß damals.

Zur Erinnerung: Die Chaos-JHV lief in erster Linie wegen eines Antrags über das Bayern-Sponsoring von Qatar Airways aus dem Ruder – und eine Entscheidung über die Fortführung dieser Partnerschaft steht noch in diesem Monat an.

Ob die Anhänger dann auch glauben, dass sie in diesem Fall ein ähnlich gewichtiges Wort mitsprechen können, wie es beim Bosse-Beben der Fall war? Hoeneß hat ihnen mit seinen jüngsten Aussagen auf alle Fälle eine Türe geöffnet. Eine Fortführung des Sponsorings scheint nach dem Aus von Kahn wahrscheinlicher als je zuvor. Denn: Mit Jan-Christian Dreesen hat der ehemalige Finanzchef den CEO-Posten übernommen – und der weiß ganz genau, wie wichtig die Katar-Millionen für die Münchner sind, um mit den finanzstarken europäischen Top-Clubs mithalten zu können. Und: Die Wiedervereinigung des Erfolgsudos Hoeneß/Karl-Heinz Rummenigge im Aufsichtsrat wird auch bei den Kataris gut ankommen, die den FC Bayern zuletzt wegen einer Entscheidung zappeln ließen. MANUEL BONKE

Artikel 1 von 11