Der Triple-Traum lebt – dank Gündogan

von Redaktion

Doppelpack für Manchester City beim 2:1-Sieg im FA-Cup-Finale gegen United

London – Ilkay Gündogan riss den Pokal mit den himmelblauen Bändchen an den Henkeln in die Luft und gab der Trophäe im Konfetti-Regen einen dicken Schmatzer. Der Kapitän von Manchester City ließ bei den Feierlichkeiten in Wembley erst einmal keinen anderen an den FA-Cup ran – schließlich hatte er das Finale des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt mit seinem Doppelpack fast im Alleingang entschieden.

„Wir haben den Titel verdient gewonnen“, jubelte Gündogan nach dem 2:1 (1:1) gegen den Stadtrivalen United, das den Traum des englischen Meisters vom ersten Triple der Vereinsgeschichte am Leben erhielt. „Wir können etwas ganz Spezielles schaffen. Diese Chance wollen wir nicht verpassen“, sagte der 32-Jährige mit Blick auf das Finale in der Champions League am Samstag gegen Inter Mailand: „Unsere Konzentration liegt jetzt darauf, perfekt vorbereitet zu sein.“

Perfekt vorbereitet war Gündogan auf das Endspiel gegen United vor 83 179 Zuschauern. Der Matchwinner brachte sein Team zweimal mit Volley-Schüssen in Führung (1./51.), sein Treffer nach 13 Sekunden ist nun das schnellste Final-Tor in der Geschichte des FA-Pokals. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Bruno Fernandes per Handelfmeter (33.) fiel nicht ins Gewicht, City holte dank Gündogan – und mit „Pokaltorhüter“ Stefan Ortega zwischen den Pfosten – zum siebten Mal den Cup.

Citys Superstürmer Erling Haaland blieb im Finale weitgehend unauffällig – so war die Bühne frei für die Gündogan-Show. „Zwei solche Tore in einem Finale sind unfassbar“, würdigte der frühere deutsche Kapitän Michael Ballack als DAZN-Experte die Vorstellung Gündogans. Bayern-Star Leroy Sané postete eine Fotomontage, die seinen Nationalmannschafts-Kollegen mit den Gesichtszügen und der Frisur der brasilianischen Stürmer-Ikone Ronaldo zeigte.

Der Stadionsprecher in Wembley ließ es sich nicht nehmen, Gündogan noch vor Abpfiff unter dem Jubel der City-Fans zum „Man oft the Match“ auszurufen. Kurz darauf wurde der gebürtige Gelsenkirchener von den Teamkollegen auf Händen über jenen Platz getragen, auf dem er 2013 im Trikot von Borussia Dortmund trotz eines Treffers das Finale der Champions League gegen den FC Bayern verloren hatte (1:2).

Vielleicht kann Gündogan am Samstag im Finale von Istanbul diese Wunde schließen – und sich so nach sieben Jahren gebührend von City verabschieden. „Ich brauche keinen solchen Tag, um mich geschätzt zu fühlen und das Gefühl zu haben, etwas Besonderes für diesen Verein zu sein. Das weiß ich“, sagte Gündogan auf die Frage nach seiner Zukunft: „Aber es ist noch nichts entschieden, wir werden sehen, was passiert.“

Gündogans Vertrag läuft aus. Trainer Pep Guardiola wünscht sich freilich inständig, dass er bleibt: „Er kann alles. Hoffentlich können wir mit ihm weitermachen.“  sid

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