Los Angeles – Nach zehn Jahren in der NBA gibt es für Dennis Schröder eine Premiere: „Ich bin noch nie irgendwo hingeflogen und habe gesagt: Ich habe jetzt Urlaub. Ich bin immer direkt nach der Saison nach Braunschweig geflogen und war da mit der Familie. Das war Urlaub für mich“, sagte der 29 Jahre alte Basketball-Profi. „Aber jetzt ist das erste Mal mit der Familie, dass wir nach Mexiko fliegen wollen. Und ich muss sagen, ich bin auch aufgeregt.“
Die Tage am Strand mit seiner Frau Ellen und den drei kleinen Kindern treiben den Nationalmannschaftskapitän damit mehr um als seine unklare Zukunft in der NBA. Denn wie im vergangenen Sommer ist offen, für wen Schröder zukünftig aufläuft. Sein Vertrag bei NBA-Rekordmeister Los Angeles Lakers läuft aus, die vier verlorenen Spiele in den Western-Conference-Finals gegen die Denver Nuggets Mitte Mai könnten seine letzten im Trikot des legendären Teams aus der Glitzer-Metropole gewesen sein. Als Schröder etwas mehr als eine Woche nach dem Saisonende auf seiner sonnigen Terrasse sitzt, wirkt er deswegen aber alles andere als beunruhigt. „Es wird sich nichts bei mir verändern. Ich werde weiterhin so hart trainieren, wie ich das jeden Sommer getan habe, um alles für die Nationalmannschaft zu geben“, kündigte er an. Mit Deutschland spielt er im August und September die WM in Asien, in Gruppe E geht es zunächst gegen Co-Gastgeber Japan sowie Finnland und Australien. Wie mit Bronze bei der Heim-EM im Jahr zuvor soll es mit der Nationalmannschaft wieder Erfolge geben – gänzlich unbeeinflusst von seiner persönlichen Zukunft in der besten Basketball-Liga der Welt.
„Wir haben gute Möglichkeiten diesen Sommer“, sagte Schröder, der ab 4. Juli offiziell mit Mannschaften über einen Vertrag verhandeln darf. Ein gutes Bild, wo man als Spieler reinpassen würde, gebe es ohnehin erst nach dem Draft am 22. Juni. „Was ich weiß: Dass viele Teams mich gerne haben wollen. Das ist immer ein sehr gutes Gefühl, in der besten Liga sein zu dürfen, egal, was du für einen Vertrag hast, egal, welche Umstände.“ dpa