München – Alphonso Davies weilt derzeit in Kanada. An einen klassischen Heimaturlaub ist jedoch nicht zu denken, der Linksverteidiger arbeitet nach seinem Muskelbündelriss, den er sich im April zugezogen hatte, weiter an seiner Form. Auf Insta-gram dokumentiert Davies sein Reha-Training in einer Kunstrasen-Halle inklusive Physiotherapie. Der Spieler des FC Bayern hat sich für die neue Saison augenscheinlich viel vorgenommen – und weckt (mal wieder) das Interesse von Real Madrid.
Wie die spanische Sportzeitung Marca berichtet, hätten die Königlichen den deutschen Rekordmeister kontaktiert und ausgelotet, ob man über einen Transfer von Davies sprechen könnte. Die Madrilenen möchte die Linksverteidiger-Position neu besetzen. Der dort bisher gesetzte Star, Ferland Mendy (27), hatte in der Saison 2022/2023 viele gesundheitliche Probleme. Weiter schreibt das Blatt, dass die Münchner auf diese Davies-Anfrage nicht mit einem kategorischen Nein geantwortet hätten. Teile des sportlichen Managements von Real sollen bereits zweimal in München gewesen sein, um die Spieler-Seite kennenzulernen. Der spanische Blätterwald ist jedoch stets mit Vorsicht zu genießen.
Denn der Vertrag des Nationalspielers ist noch bis zum 30. Juni 2025 gültig und sollte eigentlich bald vorzeitig verlängert werden. Der Rauswurf von Sportvorstand Hasan Salihamidzic, zu dem Davies ein inniges Verhältnis pflegte, hat Spieler und Club in den Verhandlungen erst einmal zurückgeworfen. „Es ist eine chaotische Zeit aktuell beim FC Bayern. Ich bin mir nicht sicher, was los ist und mit wem wir es zu tun haben werden“, sagte Davies-Berater Nick Huoseh jüngst der Bild und erklärte: „Vielleicht ist es besser, wenn wir bis 2024 warten und abwarten, wie sich die Dinge mit dem Verein entwickeln, bevor wir zu einem neuen Vertrag übergehen.“
Marco Neppe könnte eine entscheidende Rolle spielen, um die auf Eis gelegten Vertragsgespräche wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Immerhin war es der Technische Direktor, der den heute 22-Jährigen bei den Vancouver Whitecaps entdeckte, sein Potenzial erkannte und deswegen im Jahr 2019 nach München lotste. Damals kostete das Gesamtpaket Davies 19 Millionen Euro Ablöse, mittlerweile hat er einen Marktwert von 70 Millionen Euro. Kein Wunder, dass ihm intern ein Preisschild von 100 Millionen Euro verpasst wurde, sollte je ernsthaft ein Verkauf in Erwägung gezogen werden.
Aktuell ist das aber nicht der Fall. Davies ist für den Club nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch aus Marketingsicht. Vor allem auf dem amerikanischen Markt ist er enorm beliebt, das Trikot mit der Nummer 19 ist der Renner. In Sachen Internationalisierung sind Davies und Kumpel Jamal Musiala (20) die absoluten Zugpferde. Das soll sich im nächsten Vertrag von „Phonzy“ widerspiegeln. Aktuell liegt sein Gehalt geschätzt noch knapp unter der Zehn-Millionen-Marke. Angesichts des hohen Gehaltsgefüges in München ist es nachvollziehbar, dass der Spieler und sein Management die nächste Stufe erreichen und ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich verdienen wollen. Wenn Real nicht dazwischen grätscht.