Paris – Als Iga Swiatek den Coupe Suzanne-Lenglen in den Pariser Himmel heben wollte, löste sich plötzlich der Deckel vom Silberpokal und fiel zu Boden. Ein kleines Missgeschick, das die Polin mit Humor nahm, nachdem sie an ihrem Ziel, dem dritten French-Open-Titel, angekommen war.
„Ich bin so froh“, sagte die Tennis-Weltranglistenerste, die zuvor die Überraschungsfinalistin Karolina Muchova aus Tschechien in einem wahren Nervenkrimi mit 6:2, 5:7, 6:4 niedergerungen hatte. „Das hier ist einfach mein Lieblingsturnier auf der Tour“, schwärmte Swiatek und sonnte sich im warmen Applaus des Pariser Publikums.
Muchova, die der 22-Jährigen trotz eines 0:3-Rückstands im zweiten Satz noch alles abverlangt hatte, kämpfte dagegen nach der Partie mit den Tränen. „Es war so knapp. Aber das passiert, wenn man gegen die Besten spielt“, sagte sie mit brüchiger Stimme.
Nach einem harten Stück Arbeit hatte Swiatek in den Minuten zuvor ihren Titel verteidigt und war glücklich auf die rote Asche gesunken. Nach 2:46 Stunden nutzte sie ihren ersten Matchball – ein Doppelfehler wurde Muchova zum Verhängnis. Swiatek gewann somit auch ihr viertes Grand-Slam-Finale und feierte nach 2020 und 2022 den nächsten Titel in Roland Garros.
Auf der Pressekonferenz im Anschluss sprach Swiatek von „einer Achterbahnfahrt. Es ist surreal, was ich gerade fühle“, sagte sie. „Es war eine große Challenge und ich bin glücklich und stolz, dass ich es geschafft habe.“
Gegen Muchova musste sie erstmals im gesamten Turnier einen Satz abgeben, wehrte den Comebackversuch ihrer starken Kontrahentin aber mit großer Mühe ab. Die Sandplatzspezialistin, die vergangenes Jahr auch bei den US Open triumphierte, scheint auf bestem Wege, in Roland Garros eine Ära zu prägen. Paris-Rekordsiegerin Chris Evert (sieben Titel), die Swiatek den Pokal mit einem Lächeln überreichte, dürfte genau hingesehen haben. sid