Kollisionsschock beim Ocean Race

von Redaktion

„Ziemlich dramatische Situation“ – Team 11th Hour Racing bangt plötzlich um den Gesamtsieg

Den Haag/Hamburg – Charlie Enright geriet für bange Sekunden in Panik. „Geht es allen gut?“, schrie der Skipper des 11th Hour Racing Team in Richtung seiner Crew und blickte hektisch auf sein schwer beschädigtes Boot.

Kurz zuvor war es nach dem Start der 7. Etappe des Ocean Race vor Den Haag zu einer massiven Kollision zwischen dem Team aus den USA und der Crew der europäischen Guyot gekommen. Die Teilnehmer des Rennes um den Globus sind geschockt, die Konsequenzen des hoch gefährlichen Zwischenfalls offen. Enright und sein Team waren als Gesamtführende in die finale Etappe gegangen. Nun steht der greifbare Sieg infrage.

„Das Wichtigste ist, dass alle körperlich sicher und okay sind“, sagte der spürbar erschütterte Enright: „Es war eine ziemlich dramatische Situation.“ Jens Kuphal, deutscher Teammanager bei Guyot, wertete den Vorfall genauso: „Es ist ein Geschenk, ein schönes Wunder, dass niemand dabei schwer verletzt wurde“, sagte er Yacht online.

Guyot-Skipper Benjamin Dutreux übernahm schwer niedergeschlagen die „volle Verantwortung, es ist ganz klar unser Fehler.“ Sein Team hatte die finale Etappe, die in rund zehn Tagen nach Genua führt, ironischerweise nur mit einem Ersatzmast vom 11th Hour Racing Team wiederaufnehmen können. Nun gab Guyot das Rennen „mit tiefstem Bedauern“ auf.

Um sportlich die Chance auf den Triumph zu wahren, müsste Enright mit seiner Crew die letzte Etappe beenden. Oder aufgrund einer unverschuldeten Aufgabe Punkte am grünen Tisch erhalten.

Nach der Rückkehr in den Hafen von Den Haag legten die Mechaniker des Teams sofort eine Nachtschicht ein, um das große Loch im Rumpf und die Schäden an Bord zu beheben. Ob dies in absehbarer Zeit gelingt, ist offen. sid

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