Mustafi hofft noch

von Redaktion

Ex-Weltmeister will in Spanien aufsteigen – in Europa gab es viel Drama

München – Der Hamburger SV versinkt im Tränenmeer, Jubelstürme dagegen in Darmstadt und Heidenheim. Doch wie sieht es in den anderen europäischen Top-Ligen aus? Ein Aufsteiger-Überblick.

England: Erster Aufsteiger war der FC Burnley. Mit fulminanten 101 Punkten aus 38 Spielen führte Trainer und Pep Guardiola-Schüler Vincent Kompany (37) den Absteiger zurück ins Oberhaus. Ein Schlüsselspieler kommt aus Deutschland. Jordan Beyer (23) wechselte im Vorjahr auf Leihbasis von Borussia Mönchengladbach nach Burnley, hielt als Stammkraft in 30 Spielen seine Knochen hin.

Beeindruckend: Der Aufstieg stand schon sechs Spieltage vor Saisonende fest. Während Sheffield United als zweiter direkter Aufsteiger folgte, erkämpfte sich Provinz-Club Luton Town (wir berichteten) über die Playoffs erstmals einen Startplatz in der Premier League. Vor neun Jahren spielte der Club noch in der 5. Liga.

Italien: Wie der FC Burnley war auch der CFC Genua in Italien nicht lange weg vom Fenster. Unter dem deutschen Ex-Coach Alexander Blessin (50) im Vorjahr abgestiegen, ging es im Fahrstuhl direkt wieder eine Etage nach oben. Ein Stockwerk nach unten rauschte dagegen ausgerechnet der Stadtrivale. Mit nur 19 Punkten stieg Sampdoria Genua sang- und klanglos ab. Packende Derbys gibt’s in Genua deshalb vorerst weiter keine. Feiern durfte dagegen Fabio Grosso (45). Der Weltmeister-Macher von 2006 (schoss Italien zum Titel) beendete die Saison als Trainer von Frosinone Calcio als Meister – Aufstieg in die Serie A.

Der dritte und letzte Aufsteiger wurde in Playoffs zwischen den sechs Mannschaften hinter dem Führungsduo ausgespielt. Natürlich nicht ohne Drama. Im Rückspiel des Finales setzte sich Cagliari Calcio bei der SSC Bari durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 (0:0) durch. Leonardo Pavoletti (90.+4) erlöste die Fans und Trainer-Legende Claudio Ranieri, der kurz vor Weihnachten zum Club zurückgekehrt war. Der Coach hatte Cagliari schon 1988 übernommen und damals von der Serie C1 direkt in die Serie A geführt. Der 71-Jährige feierte seinen größten Erfolg 2016, als er mit Leicester City die Sensationsmeisterschaft in der englischen Premier League holte.

Frankreich: Am Saisonende kam es zu einem Kuriosum. Mit Angers, Troyes, Ajaccio und Auxerre stiegen vier Mannschaften ab – aber nur zwei direkt auf. Grund: Die Liga wird von 20 auf 18 Mannschaften verkleinert. Das hatte der Ligaverband im Vorjahr beschlossen. Neu sind das für seine ausgezeichnete Jugendakademie bekannte AC Le Havre (u.a. Paul Pogba und Riyad Mahrez) und der FC Metz. Der Club stieg nur auf, weil es anderen Ortes zu einem Eklat kam. Im Heimspiel von Girondins Bordeaux gegen Rodez AF war nach dem 1:0 der abstiegsgefährdeten Gäste in der 22. Minute ein Girondins-Fan auf den Rasen gestürmt und hatte den jubelnden Torschützen Lucas Buades zu Boden gestoßen. Daraufhin brach Schiedsrichter Nicolas Rainville die Partie ab. Der Ligaverband wertete die Partie gegen Bordeaux, das mit einem (hohen) Sieg den zweitplatzieren FC Metz noch hätte überholen können.

Spanien: Erstliga-Fußball wird in der nächsten Saison wieder in Granada und Las Palmas gespielt. Im Playoff-Final-Rückspiel entscheidet sich am Samstag (21 Uhr), wer dem Duo in die Primera Division folgt. Das Hinspiel zwischen Absteiger Levante mit Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi (31/2014 Weltmeister mit Deutschland) und Deportivo Alaves endete 0:0. JOHANNES OHR

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