Anna Apel: lieber puzzeln als sprinten

von Redaktion

Münchner Klettertalent bei den Finals

München – Die ersten Puzzles des Wochenendes hat Anna Maria Apel mit Bravour gelöst. Die Münchner Kletterin ist in der Qualifikation bei den Deutschen Meisterschaften im Bouldern Siebte geworden und hat sich damit für das Halbfinale in Duisburg (diesen Samstag, 17.30 Uhr) qualifiziert.

Mit puzzeln hat sie gegenüber unserer Zeitung ihren Sport verglichen. „Es ist sehr komplex, es geht um Kraft, Technik. Aber auch um Mentales und viel Erfahrung, dass man das, was man im Training übt, im Wettkampf zusammensetzten kann“, sagt die 17-Jährige.

Neben dem nächsten Auftritt in Bouldern hat sie an diesem Wochenende auch noch einen als Titelverteidigerin. Im Speedklettern, wo sie 2022 triumphierte, geht es dann weniger ums knobeln und mehr um Schnelligkeit. 15 Meter gilt es nach oben zu klettern und dabei schneller zu sein als die Konkurrentin. 7,972 Sekunden war die beste Zeit, die sie bei den Titelkämpfen 2022 schaffte. Ob sie das wiederholen kann? Druck verspürt sie nicht. „Ich habe mich dieses Jahr mehr aufs Bouldern konzentriert als aufs Speed“, sagt sie. Statt in bis zu 15 Metern Höhe ist sie nun meist in Absprunghöhe unterwegs.

Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig. „Bouldern macht mir noch mehr Spaß“, erzählt die Athletin der Sektion des Deutschen Alpen Vereins München-Oberland und weiter: „Aber auch mit Hinblick auf Olympia habe ich mich so entschieden.“ Nach der Premiere des Sportkletterns bei Olympia in Tokyo ändert sich zu den nächsten Spielen das Wettkampfformat. Statt einem Kombinationswettkampf aus Speed, Bouldern und Lead Klettern (am Seil), ist Speed in Zukunft eine eigene Disziplin, während Bouldern und Lead kombiniert werden. Auch auf letzterem liegt daher das Augenmerk Apelts. Olympia 2024 komme für sie aber noch zu früh, sagt sie. Ihr Ziel: Die Spiele 2028 in Los Angeles.

So viel Zeit sich in die Disziplinen einzuarbeiten, wie sie gern gehabt hätte, gab es 2023 allerdings nicht. Denn auch die Vorbereitung auf das erfolgreich bestandene Abitur raubte ein paar Stunden. Ein möglicher Grund für die Ergebnisse, mit denen sie in diesem Jahr bisher „nicht so zufrieden“ sei. In einem Boulder-Weltcup startete sie 2023, dort wurde sie 61., sonst war sie im zweitklassiggen Continental Cup oder Continental Jugend Cup unterwegs.

Ein anderer Grund: Dass sie vermehrt bei den Erwachsenen teilnimmt. „Da merkt man schon, dass die Luft dünner wird“, sagt sie. Chancen ihre Bilanz aufzubessern, kommen aber noch: Die Jugend-WM im August im koreanischen Seoul und die Deutschen Meisterschaften im Lead im Oktober nennt sie als Highlights. Doch zuvor gibt es noch ein paar Puzzles in Duisburg. THOMAS JENSEN

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