Bauhaus Siebter – Nächste Philipsen-Show

von Redaktion

Entscheidung bei Bordeaux im Massensprint – Gigantenduell am Puy de Dome erwartet

Bordeaux – Phil Bauhaus versuchte in der Hauptstadt des Massensprints alles, doch nach der Schinderei in den Pyrenäen waren die Beine des schnellsten deutschen Radfahrers bei der erneuten Jasper-Philipsen-Show zu schwer: Nach zwei Podestplätzen bei den ersten beiden Spurt-Finals der 110. Tour de France musste sich Bauhaus am Freitag in Bordeaux mit Platz sieben begnügen – einen Tag vor seinem 29. Geburtstag wurde es nichts mit dem perfekten Geschenk.

Der Belgier Philipsen feierte in einem hektischen Finish an der Gironde seinen dritten Sieg im dritten Massensprint und verteidigte das Grüne Trikot. „Es ist eine absolute Traumwoche“, sagte er, „ich könnte nicht stolzer sein.“

Mark Cavendish auf Platz zwei und Biniam Girmay als Dritter verpassten derweil knapp historische Erfolge: Der Brite wäre mit seinem 35. Etappensieg alleiniger Rekordhalter, der Eritreer der erste schwarze Tagessieger der Tour geworden. In der Gesamtwertung führt weiter der dänische Titelverteidiger Jonas Vingegaard, der bis in die Schlussphase ganz vorne im Feld fuhr, mit 25 Sekunden Vorsprung auf den zweimaligen Champion Tadej Pogacar aus Slowenien.

Der dänische Titelverteidiger Jonas Vingegaard, der am Donnerstag das Gelbe Trikot erobert hatte, und der slowenische Herausforderer Tadej Pogacar, am Vortag Etappensieger, schonten ihre Kräfte und die ihrer Mannschaften und ließen den einzigen Ausreißer lange gewähren: Der Franzose Simon Guglielmi vom Team Arkea-Samsic, der gleich nach dem scharfen Start auf die Reise gegangen war, durfte zeitweise mit siebeneinhalb Minuten Vorsprung radeln. Die Etappe am Samstag von Libourne nach Limoges ist länger (200,7 km) und anspruchsvoller (drei Bergwertungen auf den finalen 70 km).

Am Sonntag übernehmen dann wieder Vingegaard und Pogacar die Hauptrollen – bei der Bergankunft am Vulkan Puy de Dome kommt es wohl zum nächsten Giganten-Duell. Und Pogacar kennt die entscheidende Zutat für den Zweikampf. „Du musst Eier haben“, sagte der slowenische Superstar. Mut, Angriffslust im Finale und gute Beine trugen Pogacar schon beim Pyrenäen-Spektakel am Donnerstag zum Comeback im Duell ums Gelbe Trikot. Das gehört zwar wieder Titelverteidiger Vingegaard, aber dessen 25 Sekunden Vorsprung auf den zweimaligen Tour-Champion Pogacar sind überschaubar.

Die Kletterpartie am Puy de Dome scheint wie gemacht für den 24-Jährigen, dessen Explosivität im Vergleich mit Vingegaard einer der größten Vorteile ist. „Es wird ein großer Kampf“, sagte Pogacar, „bis zur letzten Etappe.“ Vertrauen kann der Däne auf die Stärke seines Teams Jumbo-Visma. Vor allem Super-Allrounder Wout van Aert ist eine echte Trumpfkarte. Wie schon bei Vingegaards Triumphfahrt im Vorjahr opferte sich van -Aert bis zur völligen Erschöpfung in Gebirge auf. Abschütteln konnte er Pogacar dennoch nicht.

Für Vingegaards Gesamtführung reichte es trotzdem. „Ich bin froh, wieder in Gelb zu sein. Mir gefällt die Farbe“, sagte Vingegaard, „es ist das größte Symbol unseres Sports.“ Der Frage, ob er das Maillot jaune zu früh trage, wich er aus. „Ich werde jeden Tag genießen und weiterkämpfen“, sagte der Tour-Champion von 2022: „Das Ergebnis sehen wir dann in Paris.“ Der Weg dorthin führt über den Puy de Dome.  sid

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