Brasilia – Beim brasilianischen Staatspräsidenten Luiz Inacio Lula da Silva stößt die Wahl von Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti zum neuen Trainer der Selecao auf wenig Begeisterung. „Ich schätze Ancelotti, aber er war nie der Trainer von Italien. Warum löst er nicht das Problem, dass Italien nicht an der letzten Weltmeisterschaft teilgenommen hat?“, fragte der 77-Jährige in einem Interview mit dem TV-Sender SBT. Der italienische Startrainer Ancelotti, derzeit noch in Diensten von Real Madrid, soll die brasilianischen Fußballer um Superstar Neymar ab 2024 übernehmen. Dies hat Verbandspräsident Ednaldo Rodrigues bestätigt. Zunächst soll Interimslösung Fernando Diniz die Selecao anführen.
Staatschef Lula outete sich als „Fan von Diniz“, der in Personalunion weiterhin den derzeitigen Tabellensechsten Fluminense FC aus Rio de Janeiro trainiert, und erklärte: „Er hat Persönlichkeit, Kreativität – und er ist der Chef in der Kabine.“
Ancelotti gewann als Clubtrainer viermal die Champions League, wurde als bisher einziger Trainer Meister in Spanien, England, Italien, Deutschland und Frankreich. Erfahrungen mit Nationalmannschaften hat der 64-Jährige aber kaum (1992 bis 1995 war er Co-Trainer beim italienischen A-Team) . dpa