Neuer Sponsor, bescheidene Ziele

von Redaktion

Auch mit BMW wollen Bayern-Basketballer in Europa kleine Brötchen backen

VON JOHANNES OHR

München – Was unsere Zeitung schon am Mittwoch berichtete, ist nun offiziell: Die Basketballer des FC Bayern spielen und trainieren ab sofort im BMW Park. Bernd Döpke (58, Leiter BMW München) und FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic (46) gaben gestern im Rahmen einer Pressekonferenz die Namensänderung (bisher Audi Dome) bekannt. Dabei sprach das Duo erstmals detailliert über die langfristig angelegte Zusammenarbeit, die dem Club pro Jahr rund fünf Millionen Euro einbringen soll. „Heute ist ein ganz, ganz großer Tag in der Geschichte des FC Bayern Basketball“, sagte Pesic mit stolzgeschwellter Brust über die neue Partnerschaft. Neben den Namensrechten übernimmt der bayerische Autobauer auch die mobile Ausstattung der Münchner. Unsere Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Sponsorenwechsel.

Was plant der FCB im BMW Park?

Die Sporthalle im Westend, bis zur Fertigstellung des SAP-Garden die Heimat der Basketballer, soll in Zusammenarbeit mit BMW künftig mehr als nur eine Sportstätte sein. „Wir werden versuchen, diese Halle gemeinsam zu einer Eventstätte weiterzuentwickeln. Wir wollen Leute reinholen, die nicht nur sportinteressiert sind“, sagte Pesic. Schon jetzt finden Konzerte dort statt. „Wir sehen das als Dreieck: BMW, FCB und BMW Park“, so Pesic.

Wann ist der SAP-Garden fertig?

Erst im neuen Jahr. „Ich habe noch keine Aussage darüber, ob die Halle am 1. April oder am 1. Juni 2024 fertig sein wird. Sicher ist, dass wir in der neuen Saison dort nicht spielen werden“, sagte Pesic. Nach dem Umzug zur Saison 2024/25 soll ein Teil der Heimspiele weiter im BMW Park gespielt werden. Pesic: „Es war und wird immer unser Wohnzimmer bleiben“. Das erste BBL-Spiel steigt gegen den MBC (29. September).

Wie verändert der Deal den finanziellen Handlungsspielraum im sportlichen Bereich?

Die Zusammenarbeit gebe vor allem eine strategische Sicherheit, sagt Pesic. „Wir arbeiten mit einer internationalen Weltmarke, die in München verwurzelt ist. Das ist nicht einfach nur eine Partnerschaft, in der uns jemand Geld gibt und wir machen Werbung. Wir wollen uns nachhaltig weiterentwickeln.“ Aber: In einen finanziellen Wettbewerb mit den Euroleague-Konkurrenten Real Madrid, Barcelona, Mailand, Fenerbahce oder Efes Istanbul werde man nicht gehen. „Was die machen, können und wollen wir nicht.“

Steigt BMW auch bei den Fußballern ein?

Das blieb offen. „Jetzt geht es wirklich erst mal um Basketball“, sagte Bernd Döpke. Der Fußball-Rekordmeister wird unter anderem von Audi gesponsert. Probleme im Zuge der Verhandlungen gab es laut Pesic deshalb nicht. „Vor allem wenn ich im Ausland unterwegs bin, gebe ich mir immer große Mühe, glaubwürdig zu erklären, dass wir eine eigene GmbH sind, die sich um sich selbst kümmern muss und nicht vom großen Bruder Fußball querfinanziert wird.“

Wie lange läuft die Zusammenarbeit?

Die Laufzeit des Vertrags zwischen BMW und FCB blieb offen. „Wir als FC Bayern Basketball sind bis zur Saison 2029/30 Betreiber des BMW Parks. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit der Dauer der Partnerschaft“, sagt Pesic.

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