DFB-Frauen: WM-Abenteuer hat begonnen

von Redaktion

Frankfurt/Main – Die Chefin kam als Erste. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg konnte den Start der Titelmission offenbar kaum erwarten und traf bereits kurz vor 19.00 Uhr am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens ein. „Jetzt geht es endlich los. Nun können wir dieses WM-Gefühl entwickeln“, sagte Voss-Tecklenburg kurz vor dem Abflug der deutschen Fußballerinnen: „Ich bin total optimistisch. Wir wollen um den Titel spielen.“

Pünktlich zur Abreise konnten sich „MVT“ und ihre Schützlinge über frischen Rückenwind freuen. Nur wenige Stunden bevor der deutsche Tross am Dienstagabend in seinen WM-Flieger stieg, waren Alexandra Popp und Kolleginnen zu den neuen Fußball-Lieblingen aufgestiegen. Rechtzeitig zum Start Richtung Endrunde in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) haben die Frauen die Männer überholt.

Bei einer repräsentativen Umfrage gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sie das Frauenteam sympathischer als die Männermannschaft finden. Die frohe Kunde, die das Meinungsforschungsinstitut Norstat im Auftrag des Playboy ermittelt hat, ereilte die deutschen Fußballerinnen noch bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machten.

Für 22.20 Uhr war der Start des Emirates-Fluges 048 geplant. Knapp sechseinhalb Stunden dauert die erste Etappe bis nach Dubai, von dort geht es weiter nach Down Under. Nach Voss-Tecklenburg trudelten die ersten Spielerinnen um Lena Oberdorf ein. Die Stimmung war prächtig, herzliche Umarmungen und Selfies mit Kindern zeugten von der guten Laune.

Die besten Wünsche für die Reise gab es auch vom Bundespräsidenten. Frank-Walter Steinmeier verabschiedete die Mannschaft virtuell. „Wir wünschen Ihnen ein Platz ganz weit oben“, grüßte Steinmeier bei einem gemeinsamen Instagram-Video mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender: „Gute Reise, viel Glück – und viel Erfolg.“

In den Tagen nach der verpatzten Generalprobe gegen Sambia (2:3) am Freitag konnten sich die Spielerinnen noch einmal zu Hause sammeln – doch mit der Entspannung im Lager des zweimaligen Weltmeisters ist es nun vorbei. „Es muss uns klar sein, dass wir gegen alle 100 Prozent geben müssen“, sagte Kapitänin Popp: „Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen.“

Immerhin geht es auch um die Zukunft der Trainerin – trotz eines Vertrags bis 2025. Voss-Tecklenburg ist sich darüber im Klaren, dass ihr Job im Fall eines frühen Scheiterns in Gefahr ist. „Sollten wir bei der WM im Achtelfinale ausscheiden und die Leute meinen, ich wäre vielleicht nicht mehr die Richtige für die Aufgabe, kann es ganz schnell in eine andere Richtung gehen“, sagte die 55-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.  sid

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