Synchronschwimmen
Über sein Dasein als Exot muss Frithjof Seidel ab und an schmunzeln. „Manchmal finde ich es schon amüsant, dass sich ausnahmsweise Männer ihre Rechte bezüglich der WM-Teilnahme erkämpfen müssen“, sagt der Synchronschwimmer über die seltene Minderheitsrolle seines Geschlechts: „In der Gesellschaft ist es ja häufig andersherum.“
Seidel war bereits bei Welt- und Europameisterschaften am Start, damals jedoch als Wasserspringer. Erst 2021 wechselte er zur von Frauen dominierten Sportart, steht nun vor seiner ersten WM als Synchronschwimmer – und ist in Fukuoka damit ein echter Pionier. Erst seit dieser Saison sind Männer in den Teamwettbewerben international zugelassen. Zwar durften bei den Weltmeisterschaften 2015 Männer zum ersten Mal im Mixed-Duett mitmachen, so war der Bochumer Niklas Stoepel 2017 der erste deutsche männliche Synchronschwimmer bei einer WM.
Seidel will dabei Vorreiter und vor allem „sichtbar“ sein, sagt er. Der 26-Jährige verfolgt bei seinen Starts am Samstag im Team in der neuen Disziplin Akrobatik (3.00 Uhr MESZ) und im Mixed Duett (7.00 Uhr MESZ) eine klare Mission: „Ich hoffe, ich kann ein Vorbild für kommende Athleten sein.“