Größter Fisch im Netz

von Redaktion

Social Media finanziert Beck die Karriere

Fukuoka – Natürlich hat Leonie Beck schon Fotos und Videoclips aus Fukuoka gepostet. Was die Freiwasser-Europameisterin nicht nur als Schwimmerin erlebt, zeigt sie regelmäßig bei Instagram, und 100 000 Fans folgen ihr. Damit ist sie im deutschen Team der größte Fisch im Netz – noch vor Olympiasieger Florian Wellbrock.

Mit ihren Fotos von Wettkämpfen, aus Trainingslagern, aber auch aus dem Alltag finanziert die 26-Jährige ihren Sport, der trotz großer Erfolge „ein Drauflege-Geschäft“ ist. „Du kannst nicht davon leben, dass du Schwimmerin bist. Deswegen muss man schauen, wie man seine Gelder zusammenbekommt“, sagt Beck im Gespräch, „in Social Media steckt sehr viel Geld drin, die Firmen zahlen für deine Reichweite. Ein paar Posts sind so viel wert wie ein Weltcupsieg, dafür muss ich nur ein paar Fotos machen.“

Eigentlich hatte die Würzburgerin mit Instagram abgeschlossen. „Weil ich gedacht habe, ich verbringe so viel Zeit damit, irgendwelche komischen Videos anzuschauen, habe ich es gelöscht und mich auf Schule und Uni konzentriert“, erzählt sie. Nach der WM 2019, als sie sich für Olympia in Tokio qualifiziert hatte, dachte sie um: „Als Sportlerin brauchst du irgendeine Plattform, auf der du dich präsentieren und den Firmen etwas bieten kannst.“

Seit ihrem Masterabschluss in Medienkommunikation geht sie es noch professioneller über ein Management an, das sich um Sponsoren bemüht. Damit sie Trainingslager und ihren Aufenthalt in der Trainingsgruppe um Italiens Superstar Gregorio Paltrinieri in Ostia finanzieren kann. Den hat Beck nach WM-Silber und EM-Gold im vergangenen Sommer bis Olympia 2024 verlängert – „weil es sehr erfolgreich war“.  sid

Artikel 1 von 11