Singapur – Erfolgstrainer Tuomas Iisalo? In Paris. Topstar TJ Shorts? In Paris. Tyson Ward? Auch in Paris – genau wie Sebastian Herrera, Michael Kessens, Leon Kratzer und Collin Malcolm. Eine regelrechte Massenabwanderung hat Bonn mit Wucht getroffen, die Telekom Baskets haben nach der erfolgreichsten Saison der Clubgeschichte durch den Großangriff aus Frankreich nicht nur ihr Gerüst verloren – einfach alle sind weg. Und so tritt beim FIBA International Cup in Singapur für den Champions-League-Sieger niemand mehr an, der etwas mit dem Titel zu tun hatte.
Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass Profis nach einer starken Saison in der Bundesliga Angebote aus dem Ausland erhalten. Von Clubs wie Paris Basketball etwa, die mehr zahlen können. Doch der Personalaustausch in Bonn, sozusagen ein Zwangsumbau, hat schon eine besondere Dimension. Entsprechend unglücklich war Wolfgang Wiedlich wegen der Vorgänge im Sommer. „Es hat sich abgezeichnet, dass wir für den Gewinn der Champions League einen Preis zahlen werden“, sagte der Präsident. Ausstiegsklauseln sind oft das Übel, aber ohne diese sind manche Profis nicht zu bekommen.
Den Finnen Iisalo, der Bonn zum allerersten Titelgewinn und zur Vizemeisterschaft führte, hat Roel Moors beerbt. Der Belgier kam vom Ligakonkurrenten BG Göttingen und führt beim unfreiwilligen Neustart Regie. Die ersten Pflichtspiele werden interessant, es geht um eine Art Weltpokal, und Bonn vertritt Europa.
Das Format des FIBA International Cup wurde immer mal wieder geändert. Mal nahm der Sieger aus der Königsklasse EuroLeague teil, mal nicht. Mal gab es nur ein Finale, mal ein Turnier. Diesmal sind sechs Mannschaften dabei, gespielt wird im Singapore Indoor Stadium.
Bonn betritt Neuland, 2016 standen die Frankfurt Skyliners als bislang einziges deutsches Team durch ihren Triumph im FIBA Europe Cup im Finale und verloren zu Hause gegen Guaros de Lara aus Venezuela.
Die runderneuerten Bonner starten am Donnerstag (09.00 MESZ) gegen Al Manama/Bahrain, es folgt am Samstag (13.00/kostenfrei bei MagentaSprt) das zweite Gruppenspiel gegen die Zhejiang Golden Bulls/China. Zum Einzug ins Endspiel (Sonntag) muss der erste Platz her. „Für mch sind diese Spiele ele ein Teil unserer Vorbereitung. Aber wir wollen dennoch gewinnen“, meinte Moors . Auch wenn er genau um die Gefahr des Erfolges weiß. sid