Dem BVB genügt, was satt macht

von Redaktion

Trainer Edin Terzic wählt einen pragmatischen Ansatz: Erst das Ergebnis

Dortmund – Am Feinkost-Büffet der Champions League lässt Borussia Dortmund gerne wieder den Gourmets den Vortritt. „Manchmal isst man Sachen, die nicht so lecker sind – aber sie machen satt“, sagte Trainer Edin Terzic vor dem immens wichtigen Duell mit der AC Mailand am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN).

Übersetzt: Ein Sieg muss her, ob schön oder hässlich. Das würde nach dem Angsthasen-Fehlstart bei Paris St. Germain (0:2) nicht nur Terzic schmecken. „Wenn wir die Spiele gewinnen, können wir von mir aus noch langweiligeren Fußball spielen“, betonte Torhüter Gregor Kobel nach dem jüngsten Sieg bei der TSG Hoffenheim.

Effizienz schlägt Schönheit: Mit diesem Rezept kommt der Bundesliga-BVB momentan achtbar durch. „Gewinnen ist immer gut“, sagte Niclas Füllkrug. Der Fußball mag nicht begeistern, auch Terzic fehlen noch „Leichtigkeit und Magie“, aber derzeit bringt er den gewünschten Ertrag. Der neue Dortmunder Pragmatismus, der mit einem Liga-Aufschwung einhergeht, steht allerdings nun auf der Probe – geht es schief, droht zum zweiten Mal in drei Jahren das Aus in der Vorrunde. Spätestens dann würde der Borussia, die ein Selbstbild als Club der europäischen Top8 pflegt, auch die unattraktive Spielweise auf die Füße fallen. Maggi statt Magie, das geht auf Dauer wahrscheinlich nicht gut.

„Wir wissen, dass wir ein wichtiges Spiel zu Hause haben – und die Spiele sollte man in der Regel gewinnen“, forderte Sportdirektor Sebastian Kehl von einem Team, das vor dem Duell mit einer jungen, extrem talentierten Mannschaft aus der Mode-Metropole noch ihren Stil sucht. Füllkrug vermutet: „Wir müssen in einen kleinen Flow kommen. Dann werden wir auch schnell einen guten und gepflegten Ball sehen.“

Demnach sollen beim BVB starke Ergebnisse zu gutem Fußball führen. Der übliche Weg verläuft umgekehrt. Ja, es sei noch nicht das „Gelbe vom Ei“, sagte Füllkrug, der immerhin endlich sein erstes Tor für Dortmund erzielt hat. Aber er ist sich sicher: In dieser Schale schlummert reichlich ungewecktes Potenzial.

Gegen Milan kommt es für den BVB zum Wiedersehen mit dem US.amerikanischen Angreufer Christian Pulisic, zudem spielt der frühere Schalker und heutige Nationalspieler Malick Thiaw sein persönliches Derby: Selbstverständlich seien die Duelle mit Dortmund „besonders“, sagte er dem kicker. Milan hat sechs von sieben Saisonspielen gewonnen, ging aber auch vor zwei Wochen gegen den Stadtrivalen Inter mit 1:5 unter.

Die Begegnung gilt für die Polizei als Hochrisikospiel. In Zusammenarbeit mit den italienischen Kolleginnen und Kollegen wurde laut Ruhr Nachrichten ein Brief an die 4000 Auswärtsfans aufgesetzt, in dem ein kompromissloses Vorgehen bei Ausschreitungen und dem Einsatz von Pyrotechnik angekündigt wird.  sid

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