Härtetest auf 2200 Metern Höhe

von Redaktion

Clemens Wickler und Nils Ehlers wollen bei der Beach-WM in Mexiko nach den Medaillen greifen

München – Zu Wochenbeginn sind Clemens Wickler und Nils Ehlers ein bisschen in Stress geraten. Der Finaleinzug beim Elite16-Turnier in Paris brachte die Reisepläne der besten deutschen Beachvolleyballer durcheinander. Und da zog das Duo lieber direkt aus der französischen Hauptstadt nach Mexiko weiter.

Dort beginnt an diesem Wochenende die Weltmeisterschaft und damit das große Highlight dieser Saison. In denkbar ungewöhnlichem Umfeld. Gespielt wird im zentralmexikanischen Örtchen Tlaxcala, in über 2200 Meter Höhe. Das bringt ungewohnte Anforderungen mit sich, mit denen man sich dann doch besser zeitig anfreunden muss. Doch den aus Starnberg stammenden Wickler schreckt das wenig: „Man kennt das nicht unbedingt. Aber wir freuen uns darauf.“

Klar, Wickler und Ehlers spielen dieser Tage so gut wie nie, seit sich das Gespann vor zwei Jahren zusammentat. Bis auf Platz sieben der Weltrangliste hat man sich vorgearbeitet. Bei den Elite16-Turnieren – der höchsten Kategorie der Weltserie haben sich die beiden Wahlhamburger zu Stammgästen im Viertelfinale entwickelt. Im gewaltigen Stadion Roland-Garros von Paris, besser bekannt durch die French Open der Tennis-Profis, marschierten die beiden zuletzt sogar bis bis ins Finale durch. Ok, zugegeben waren in Paris Topteams wie die norwegischen Überflieger Mol/Sörum nicht am Start. Doch Wickler glaubt, dass Ergebnisse wie dieses zum Urknall für die beiden größten Hoffnungsträger des deutschen Volleyballs werden könnte. „Ich denke, dass uns so ein Aha-Effekt durch ein Topergebnis noch gefehlt hat.“

Dass es dazu kommen wird, daran hatte man nie ernsthaft gezweifelt. Auch in den Anfangstagen nicht, als der 2,10-Meter-Funkturm Ehlers noch eher hölzern hinter dem Weltklasse-Abwehrspieler Clemens Wickler durch die Beachvolleyball-Welt stakste. Man will nach Olympia-Medaillen greifen. Vielleicht schon in Paris im kommenden Jahr, spätestens aber 2028 in Los Angeles – so lange haben sich die beiden einander verschrieben.

Und Ehlers und Wickler haben für den Traum vom Edelmetall ein nicht ganz unbekanntes Team hinter sich versammelt. Thomas Kaczmarek hat als Trainer die sportliche Verantwortung. Wicklers Kumpel Markus Dieckmann – seit wenigen Wochen der neue Chef des Deutschen Volleyball Verbandes – hilft als Berater im Hintergrund mit. Mentor des Gespanns ist Beachvolleyball-Guru Jürgen Wagner. Nicht zu vergessen Mentaltrainerin Anett Szigeti. Gerade die beiden letzteren waren schon wichtige Eckpfeiler im Unternehmen Olympia-Gold von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Rio 2016. „Sie wissen wie es geht“, sagte Wickler.

So gesehen ist die WM natürlich ein interessanter Härtetest. Der für Ehlers und Wickler am Samstagabend (19 Uhr) mit dem Gruppenspiel gegen die Chilenen Aravena/Droguett beginnt. Danach geht es gegen die Polen Kantor/Zdybek und die US-Amerikaner Schalk/Bourne um die beste Ausgangsposition für die K.o.-Phase.

Anders als bei den Männer sind bei den Frauen übrigens gleich drei deutsche Teams am Start. Karl Borger/Sandra Ittlinger, Laura Ludwig/Louisa Lippmann und Svenja Müller/Cinja Tillmann haben den Sprung nach Tlaxcala geschafft. PATRICK REICHELT

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