Koan Boateng für Tuchel

von Redaktion

FC Bayern verzichtet auf Rückhol-Aktion des Abwehrspielers

VON MANUEL BONKE UND VINZENT TSCHIRPKE

München – Entweder wusste Thomas Tuchel (50) wirklich nicht Bescheid – oder der Trainer des FC Bayern ist ein verdammt guter Schauspieler. In jedem Fall blieb es wieder am Münchner Chefcoach hängen, das derzeit pikanteste Thema an der Säbener Straße (ab) zu moderieren.

Am Freitagmorgen sickerten erste Informationen durch, dass der deutsche Rekordmeister nun doch auf einen Transfer des vereinslosen Jerome Boateng (35) verzichtet. Ein paar Stunden später gab es dann Gewissheit: Um 17.44 Uhr verkündete der FCB auf seiner Website, dass Boateng nicht verpflichtet werde. Der Club begründete dies mit der verbesserten Personalsituation in der Innenverteidigung und bot Boateng an, sich weiterhin an der Säbener Straße fit zu halten. Für die Vereinsverantwortlichen um Ehrenpräsident Uli Hoeneß (71) stand zu diesem Zeitpunkt jedoch längst fest, dass es kein Comeback des langjährigen Bayern-Verteidigers geben wird. Leicht hatten sich die Bosse die Entscheidung nicht gemacht, es war für alle ein schwieriges Thema. Die Zweifel bei den Verantwortlichen sind wegen des noch nicht abgeschlossenen Gerichtsverfahrens zu groß. Eine Verurteilung war wegen formaler Fehler aufgehoben worden, der Prozess wird beim Münchner Landgericht neu angesetzt.

Da half es Boateng auch nichts, dass er überragende Fitnesswerte vorweisen konnte und Tuchel ihm ein gutes Verhalten und eine gute Trainingsleistung attestierte. „Ein Fußballverein und ich als sportlich Verantwortlicher wünsche mir, dass ohne Vorverurteilungen und sonstige Dinge Fußballentscheidungen auch nur Fußballentscheidungen sein können“, sagte der Trainer und fügte sichtlich geknickt an: „Das hat nicht nur eine sportliche Komponente, deshalb ist es wichtig, dass wir zusammen entscheiden.“

Am Donnerstagabend war Boateng noch als Gast bei der Kino-Premiere der neuen Dokumentation „Generation Wembley“ geladen, Freitagvormittag nahm er auch noch am Profi-Training teil. Es waren seine letzten beiden Auftritte als „Beinahe-Bayern-Spieler“. Für die Innenverteidigung bleiben aktuell nur Dayot Upamecano (24) und Minjae Kim (26). Matthijs de Ligt (24/Knieprobleme) soll nach der Länderspielpause wieder einsatzbereit sein.

Der FCB begründet den Entschluss mit einer verbesserten

Personalsituation

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