Öffnet sich in Mumbai das Olympia-Tor für Russland?

von Redaktion

In Indien findet ab Sonntag die 141. IOC-Session statt – neben politischen Themen geht es auch um neue Sportarten

Im indischen Mumbai findet ab Sonntag die 141. IOC-Session statt, zuvor tritt ab Donnerstag die Exekutive zusammen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Themen.

Was geschieht mit Russland?

Nicht einmal zehn Monate vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Paris (26. Juli bis 11. August 2024) ist die drängendste Frage jene nach der Teilnahme von Russland und Belarus an den Wettbewerben im kommenden Sommer. Während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert anhält, ist die lange Zeit feste Haltung im Weltsport nicht mehr eindeutig. Der Fußball-Weltverband FIFA und die europäische Fußball-Union UEFA haben zuletzt beschlossen, russische U17-Teams wieder zu ihren Wettbewerben zuzulassen. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) entschied Ende September, russische und belarussische Athleten und Athletinnen im neutralen Status an den Paralympics 2024 teilnehmen zu lassen.

Wie steht das IOC zum Thema?

Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach hatte bereits deutlich gemacht, dass er es für falsch halte, Sportler für die Handlungen ihrer Regierung zu bestrafen. „Wir haben die Mission, alle Athleten der Welt in einem friedvollen Wettkampf zusammenzubringen“, sagte er. In Mumbai könnte sich das Tor nach Paris für Russinnen und Russen öffnen.

Welche neuen Sportarten könnten 2028 ins Programm rücken?

Das olympische Programm für Paris 2024 steht, an jenem für Los Angeles 2028 wird gearbeitet. Die Organisatoren von LA28 übermittelten am Montag im Vorfeld der IOC-Session ihre offizielle Vorschlagliste neuer Sportarten: Die in den USA hochpopulären Sparten Baseball/Softball (zuletzt 2021 in Tokio im Programm), Lacrosse (1904 und 1908 im Programm), Flag Football („körperlose“ Football-Variante/Premiere) sowie die in Asien weit verbreiteten Sportarten Cricket (1900 im Programm) und Squash (Premiere) stehen auf der Wunschliste. Wie viele und welche Wünsche das IOC erfüllen wird? Fraglich. Squash zum Beispiel hat sich viermal in Serie vergeblich beworben. Die Entscheidung über das sportliche Programm für 2028 soll in Mumbai fallen.

Welche Sportarten müssen zittern?

Wenn neue Sportarten kommen, gehen oftmals alte. Und in der Tat gibt es Wackelkandidaten. Gewichtheben ist 2024 nach ewigen Doping- und andauernden Verbandes-Querelen nur unter Vorbehalt dabei. Auch Boxen steht nach großem Verbandschaos auf der Kippe, wenngleich die US-Amerikaner die Traditionssparte gerne dabei hätten. Und der Moderne Fünfkampf muss das IOC mit seinem neuen Konzept (Hindernislauf statt Reiten) überzeugen.

Welche Personalentscheidungen stehen an?

Eine wichtige aus deutscher Sicht: Sportmanager Michael Mronz ist vom Executive Board des IOC als neues IOC-Mitglied vorgeschlagen worden. Der 56 Jahre alte Kölner gehört zum Kreis von acht Personen, über die in Mumbai abgestimmt wird. Mronz, dessen Bewerbung der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßt, sagte: „Die Vision des IOC, durch Sport eine bessere Welt zu schaffen, zieht sich als Überzeugung und Leitmotiv seit Jahrzehnten durch meinen persönlichen und beruflichen Werdegang.“

Wie geht es im IOC weiter?

Die 142. IOC-Session findet im kommenden Jahr im unmittelbaren Vorfeld der Spiele von Paris statt, Session Nummer 143 ist für 2025 an Athen vergeben. Dann wird ein Nachfolger für den nach zwölf Jahren scheidenden Präsidenten Bach gewählt.

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