Auf der Suche nach den perfekten 60 Minuten

von Redaktion

Noch in der „Optimierungsphase“: Der EHC unterliegt Rauma in der Champions Hockey League

München – Eishockey ist keine Mathematik, aber diese Auffälligkeit muss man hinterfragen: Wie kommt es, dass der finnische Club Lukko Rauma am 4. Spieltag der Champions Hockey League (CHL) zu Hause den Adlern Mannheim 0:6 unterliegt, aber am 5. Spieltag beim EHC Red Bull München 4:1 gewinnt? Lukkos Trainer Tomi Rämsä lächelt: „Eishockey ist ein interessantes Spiel.“ Er erklärt: „Gegen Mannheim spielten wir kurz bevor es in der finnischen Liga losging. Wir waren mit den Gedanken schon beim ersten Punktspiel. Und Mannheim war sehr, sehr effizient.“ Den Münchnern fehlte zumindest am Dienstagabend diese Eiseskälte im Abschluss, sodass die Finnen ein letztes Drittel unter Dauerdruck (Rämsä: „Eine Abwehrschlacht“) schadlos überstanden und sogar noch selbst zwei Tore herausspielten.

Also, eine Gleichung zu erstellen aus den Ergebnissen im Dreieck Rauma – Mannheim – München, ist allenfalls eine Spielerei, Aufschluss über die Kräfteverhältnisse der beiden großen Rivalen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erlaubt sie nicht. Münchens Trainer Toni Söderholm war massiv unzufrieden mit seiner Truppe nach dem 0:2 in Ingolstadt am Sonntag, doch mit den Umständen des 1:4 gegen Lukko Rauma konnte er leben: „Wir waren näher an unserem System als in Ingolstadt, teilweise gut am Drücker. Von der Einstellung her war es so, dass wir das Spiel hätten gewinnen können.“

Söderholm musste am Sonntag nicht toben, um seine Botschaft anzubringen. „Toni war ganz ruhig“, sagt Kapitän Patrick Hager. Er spricht von „Kritik, die jeder angenommen hat“. Unter dem neuen Coach sei die Mannschaft in einer Findungs- oder besser noch „in einer Optimierungsphase. Es gibt Spiele, die uns nicht gefallen, es gibt Spiele, die uns in Teilen nicht gefallen. Wir sind auf der Suche nach den perfekten 60 Minuten.“ Jetzt müsse man sie noch nicht gefunden haben, sondern erst in ein paar Monaten in den Playoffs.

Ein paar Verletzungen haben die Optimierung unterbrochen. Bedauerlicherweise auch bei Yasin Ehliz. Nach längerer Verletzungspause kam er zurück, lief schon wieder heiß – „und dann kriegt er einen Check gegen den Kopf“, so Hager. Seit drei Spielen fehlt Ehliz.

Nächste Woche ist noch einmal CHL, der EHC muss nach Karlstad in Schweden zu Färjestad. Davor ist noch einmal ein Liga-Wochenende mit den Aufgaben Wolfsburg am Freitag (19.30 Uhr) zu Hause und Spitzenreiter Berlin am Sonntag (15.15 Uhr) auswärts. Zielsetzung: sich in die Materie vertiefen, „damit aus Grau bald wieder Schwarz oder Weiß wird“, so Hager. GÜNTER KLEIN

Artikel 4 von 11