Dramaturgen tippen auf Darmstadt

von Redaktion

FCB lässt Neuer alle Zeit der Welt

München – 322 Bundesliga-Siege hat Thomas Müller aktuell auf dem imaginären Konto – und würde man böse sein, könnte man die Behauptung aufstellen, dass der 34-Jährige der einzige im Kreise des FC Bayern ist, der noch gut und gerne eine Woche mehr auf das Comeback von Manuel Neuer warten könnte. Auch der Kapitän nämlich steht bei 322 Dreiern im Oberhaus und würde womöglich von Weltmeister-Kollege Müller überflügelt werden, wenn er die Reise nach Mainz am 21. Oktober noch auslässt. Freilich ist das beim Weg zurück auf den Platz nach zehnmonatiger Reha nur eine Randnotiz. Aber auch so bewegen sich die Gedanken von Neuer und den Verantwortlichen irgendwo zwischen Mainz, Istanbul und Darmstadt.

Wer Neuer in den letzten Tagen beobachtet hat, dürfte keine Zweifel daran haben, dass sein Comeback tatsächlich unmittelbar bevorsteht. Im Training mit der zweiten Mannschaft gibt der 37-Jährige Vollgas, die in der Reha so nervige Dauer-Frage nach dem „Wie geht es Dir?“ kann er mit einem lauten „Sehr gut“ beantworten. Das liegt zum einen daran, dass der mehrfach operierte rechte Unterschenkels schmerzfrei ist, zum anderen aber auch daran, dass sein restlicher Körper die Belastung inzwischen wieder richtig gut wegsteckt. Dass es so weitergeht, ist die Hoffnung aller Beteiligten. Neuer will und soll wieder die Nummer eins sein.

Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass das Comeback in der ursprünglichen Planung für den Trainingsauftakt im Juli vorgesehen war. Nun, gute vier Monate später, kann Neuer immerhin mit positiven Gefühlen zurückblicken. Die schwere Zeit, die hinter ihm liegt, war geprägt von der Erkenntnis, dass Gesundheit nicht planbar ist; oft, so ist aus seinem Umfeld zu hören, wollte Neuers Kopf schon mehr als sein Körper. In den finalen Zügen aber sind beide im Einklang. Und jeder weiß: Sobald es geht, wird Neuer aus seiner Box sprinten wie ein Rennpferd.

„Zeitnah“ soll das der Fall sein, hatte Sportdirektor Christoph Freund am Sonntag gesagt und die Formulierung bewusst vage zu halten. Auch jetzt macht Neuer nach Informationen unserer Zeitung intern niemand Druck. Mainz ist eine Option, rund um die Säbener Straße aber munkelt man vor allem vom Heimspiel am 28. Oktober gegen Darmstadt. Eine Rückkehr vor 75 000 Zuschauern in der Allianz Arena wäre dramaturgisch perfekt. Alles andere – zu DFB-Coach Julian Nagelsmann besteht guter Kontakt; eine Verlängerung bei Bayern steht im Raum – soll folgen. Erstmal auf dem Platz stehen – und den 323. Sieg festhalten. HANNA RAIF

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