München – Das wäre richtig bitter für die Löwen! Innenverteidiger Leroy Kwadwo (27) droht am Sonntag (16.30 Uhr/MagentaSport) beim Auswärtsspiel in Münster auszufallen. Bei den Trainingseinheiten am Dienstag und Mittwoch fehlte Kwadwo wegen Problemen im rechten Oberschenkel – womöglich muss er noch länger pausieren.
„So wie es aussieht, wird er wahrscheinlich die ganze Woche ausfallen“, sagt Trainer Maurizio Jacobacci (60). „Er hat einen Schlag abbekommen. Es ist wohl ein Riss im Muskel. Von daher wird er es wahrscheinlich nicht schaffen für den nächsten Spieltag. Das ist natürlich schade.“
Schade deshalb, weil sich Kwadwo beim torlosen Remis vergangenen Samstag gegen Tabellenführer Dresden in bestechender Form zeigte. Kwadwo räumte hinten alles ab, setzte in der Nachspielzeit sogar zu einem Solo an und war mit der beste Spieler auf dem Platz. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, hat praktisch jeden Zweikampf gewonnen – ob in der Luft oder am Boden. Das war schon eine tolle Leistung“, zeigt sich Jacobacci auch ein paar Tage später noch beeindruckt von seinem Schützling.
Überhaupt machen die Löwen defensiv in dieser Saison vieles richtig. Fünfmal in zehn Liga-Partien spielte 1860 zu Null. Die Zwischenbilanz sei eine sehr gute Basis, sagt Jacobacci. „Das gibt Sicherheit“. Umso bitterer, dass mit Kwadwo nun ausgerechnet einer der Anker auszufallen droht.
Wer könnte ihn ersetzen? Als Ersatz stehen Talent Michael Glück (19), aber auch Niklas Lang (21/nach Knochenprellung wieder zurück im Training) und sogar Phillipp Steinhart (31) bereit, der erstmals nach seiner langwierigen Achillessehnen-Verletzung wieder im Spieltagskader stehen könnte. „Wir haben schon Möglichkeiten und sind gut besetzt“, erklärt Coach Jacobacci. „Natürlich wünscht man sich, dass sich niemand verletzt. Wir haben aber Lösungen, um seinen Ausfall zu verkraften.“
Die sucht der Italo-Schweizer aktuell auch in der Offensive. Nach zuletzt zwei torlosen Spielen ohne Löwen-Treffer – eigentlich sind es ja drei, denn beim 1:0-Sieg gegen Verl halfen die Gäste mit einem Eigentor nach – soll es bei Drittliga-Aufsteiger Preußen Münster endlich wieder im gegnerischen Kasten klingeln. Den Trainingsschwerpunkt legte Jacobacci zu Beginn der Trainingswoche deshalb auf die Abläufe im Offensiv-Bereich: Sechs Angreifer sollten gegen drei Verteidiger Torchancen herausspielen und verwandeln, dazu standen Flanken und Abschlüsse auf dem Programm. Jacobacci: „Das werden wir forcieren, ohne dass wir das sehr gute Verhalten in der Defensive vernachlässigen.“
Heißt übersetzt: Sechzig soll nach Balleroberung einen Schritt nach vorne machen, um im vorderen Drittel neben Stürmer Joel Zwarts, der zu oft in der Luft hängt, künftig mehr Anspielmöglichkeiten zu haben. „Das ist das, was wir vorantreiben werden“, sagt Jacobacci. „Die klaren Pässe nach vorne, die Entschlossenheit im Strafraum. Wir wollen mit mindestens drei Spielern dort vertreten sein, um auch nach abgewehrten Bällen noch zuschlagen zu können.“