Spielerisch aus der Mini-Krise

von Redaktion

Hinten steht zum sechsten Mal die Null, vorne tut sich was – Jacobacci stichelt

VON JOHANNES OHR

München – Als der 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Zweitvertretung des SC Freiburg schon eingefahren war, brandete auf dem Rasen im Grünwalder Stadion am Samstagnachmittag noch ein drittes Mal Jubel auf. Nach dem Schlusspfiff hatte die Mannschaft mit Trainer Maurizio Jacobacci (60) einen Kreis gebildet. Arm in Arm standen Spieler und Betreuer am Mittelkreis, als Jacobacci eine kurze Ansprache hielt und der Mannschaft bis zum morgigen Dienstag zwei freie Tage gönnte. Die nicht unverdiente Belohnung für eine souveräne Vorstellung, an deren Ende die Löwen ihre Mini-Krise beerdigten und nach zuletzt drei sieglosen Partien endlich wieder einen Dreier holten.

Souverän deshalb, weil das Abwehr-Bollwerk um Kapitän Jesper Verlaat (27) und Leroy Kwadwo (27) hinten wieder Beton anmischte und nun schon zum sechsten Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieb. Aber auch, weil im Spiel der Löwen nach vorne nach längerer Zeit wieder Entwicklungsschritte zu erkennen waren – so wie beim Treffer von Eroll Zejnullahu (29) in der 48. Minute, dem eine sehenswerte Kombination vorausging. Nach Balleroberung schalteten die Löwen blitzschnell um, Julian Guttau (23) schickte auf der linken Seite Fabian Greilinger (23) in die Tiefe, der gab flach in die Mitte, wo Zejnullahu seinen Fuß hinhielt und zum 2:0-Endstand verwandelte.

Über die Tatsache, dass sich Sechzig aus der Mini-Krise spielerisch befreite, täuschte auch die Führung durch das Eigentor von Freiburgs Ryan Johansson (16.) nach einem Eckball nicht hinweg. „Wir haben Freiburg immer wieder unter Stress gesetzt und mit dem Ball viel richtig gemacht“, freut sich Jacobacci. „Auch vom Spielerischen her war es auf einem höheren Niveau als zuletzt.“

Eine Spitze gegen seine Kritiker konnte sich der Italo-Schweizer deshalb auch nicht verkneifen. „Es ist schön, wenn man eine Entwicklung der Mannschaft sieht. Also ich sehe sie, nicht alle sehen sie, aber ich sehe sie“, betonte Jacobacci bei MagentaSport.

Und dennoch: Angesichts der fast schon erschreckend schwachen Gäste (Vorletzter der Tabelle) hätten die Löwen den Pflichtsieg noch höher ausbauen können, wenn sie ein paar ihrer Halbchancen besser ausgespielt hätten. „Da ist noch jede Menge Luft nach oben“, bestätigte Torschütze Zejnullahu.

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