Noch einmal das Finalgefühl

von Redaktion

Trevor Parkes mit 400. DEL-Spiel – genug hat er noch lange nicht

München – In einer bewegten Karriere kann man schon mal den Überblick verlieren. Und so hat auch Trevor Parkes dieser Tage lange überlegen müssen, als seine Mutter ihn fragte, wie lange er denn schon in Deutschland sei. „Fünf, sechs Jahre vielleicht“, mutmaßte er. Doch in der Tat läuft für den Angreifer des EHC Red Bull München Saison Nummer acht.

Und der Kanadier muss selbst schlucken, wie sich die Dinge für ihn seit der ersten verändert haben. „Ich war ein Kind als ich nach Europa gekommen“, sagte er, „jetzt bin ich Vater, selbst ein Führungsspieler.“ Am Freitag beim heiß erkämpften 2:1 gegen die Pinguins Bremerhaven absolvierte Parkes immerhin seine 400. Partie in der DEL. Er selber bekam es nur am Rande mit: „Ich hatte keine Ahnung, bis ich aufs Eis gegangen bin.“

Und: Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Auf dem Weg zur Legende ist der 1,90-Meter-Hüne in München ohnehin schon länger. Mit 117 Treffern ist er der beste Torschütze in der Historie des EHC.

Wie weit er diese Bilanz in den nächsten Wochen und Monaten aufbessert, das könnte auch mitentscheidend dafür sein, wo es für den Deutschen Meister in dieser Saison noch hingeht. Die DEL-Hauptrunde steht vor ihren entscheidenden Wochen. Im intensiven Spielplan über den Jahreswechsel sortiert sich die Liga in der Regel. „Und dann wollen wir wieder oben sein“, sagte Parkes.

Die beiden letzten Einsätze haben auch beim bislang so wankelmütigen EHC Hoffnung gemacht. Dem Offensivrausch beim 5:1 gegen Mannheim ließ man das erfolgreiche Geduldsspiel gegen starke Bremerhavener folgen – und am Sonntag schließlich ein hochkonzentriertes 4:2 (1:0, 2:1, 1:1) bei den Frankfurter Löwen folgen. „Wir haben gezeigt, dass wir unterschiedliche Wege haben, Spiele zu gewinnen“, sagte Parkes, „jetzt müssen wir Konstanz reinbringen.“

Denn klar ist auch: Der 32-Jährige will unbedingt noch einmal Erfahrungen wie im Vorjahr sammeln. Der Titelgewinn, das entscheidende Finale gegen Ingolstadt, das unter seinen 400 Partien in Deutschland die „mit Abstand emotionalste und beste war“. Eine vergleichbare Erfahrung noch mal zu machen, das wäre etwas, wofür er auch gerne alle persönlichen Meriten opfert. „Es gibt nicht viele schönere Gefühle als Tore zu schießen“, sagte Parkes. Aber es ist ein Gefühl, das er im Zweifel auch gerne seinem internen Torjäger-Verfolger Yasin Ehliz (105 Tore) überlässt. PATRICK REICHELT

Artikel 1 von 11