Bayern im Bussi-Bussi-Modus

von Redaktion

Dreesen nutzt Sieg in Manchester zu Henkelpott-Befehl – und Tuchel turtelt

VON MANUEL BONKE

Manchester – Liebe lag in der Luft beim Champions-League-Bankett im Kimpton Clocktower Hotel nach dem 1:0 (0:0) des FC Bayern gegen Manchester United. Die Mannschaft konnte sich bei der Rede von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (56) vor Komplimenten kaum retten, nachdem der Beziehungsstatus nach dem 1:5 in Frankfurt kurzzeitig schwierig war. In England war dieser schmerzvolle Fehltritt schon wieder verziehen.

„Nach dem Frankfurt-Spiel am Wochenende waren wir heute wieder voll da. Das ist das, was wir vom FC Bayern kennen. Die Mannschaft hat ein anderes Gesicht gezeigt, von Anfang an das Spiel unter Kontrolle gehabt. Wir sind in die Zweikämpfe gegangen, haben Energie gezeigt“, lobte Dreesen seine Stars überschwänglich – und schlug eine ähnliche Tonalität wie Thomas Tuchel (50) an. Der Cheftrainer sprach vom „besten Spiel“ der Gruppenphase: „Die Energie und Verbissenheit war vom Team-Level auf dem höchsten Niveau. Es hat Spaß gemacht an der Seitenlinie.“

Verliebt war Tuchel an diesem Abend nicht nur in seine Mannschaft, sondern auch in Partnerin Natalie Guerreiro Max. Die schöne Brasilianerin verfolgte die Partie vor Ort im „Theater of Dreams“ und turtelte zu später Stunde mit ihrem Thomas auf dem Bankett – Küsschen inklusive. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, die Bussi-Bussi-Bayern haben noch viel vor in der Königsklasse, wenn man die Worte des Vorstandsvorsitzenden hört: „Wir haben die Gruppenphase mit breiter Brust überstanden. Wir haben gezeigt, dass wir zu Recht einer der großen europäischen Clubs sind – die auch Ambitionen auf den Sieg in der Champions League haben. Das wollen wir dann beweisen in der nächsten Phase!“

Die Auslosung der Achtelfinal-Begegnungen findet am Montag-Mittag im schweizerischen Nyon statt. In den vergangenen drei Jahren war bekanntlich stets im Viertelfinale Schluss. Ist der von Dreesen zart angekündigte Königsklassen-Titel tatsächlich möglich? „Es hängt viel von der Tagesform ab und auf wen wir treffen werden. Aber wenn wir so beherzt spielen wie heute, wenn wir das so annehmen und nicht denken, dass es von alleine geht, dann können wir weit kommen. Das ist unser großes Ziel“, blickte Kapitän Manuel Neuer (37) in Manchester voraus und forderte: „Wir müssen in jedem Wettbewerb alles geben und dürfen keinen Deut nachlassen. Die Schlagzahl legen wir immer fest. Wenn das so ist wie heute, ist das top. Mit den Voraussetzungen können wir eine Mannschaft sein, die auf jeden Fall um den Titel mitspielt.“

Doch das Endspiel um den Henkelpott in Wembley ist freilich noch Zukunftsmusik. In der Gegenwart stellt die Bundesliga die größere Herausforderung dar: Die Münchner haben nach der Pleite in Frankfurt weiter Boden auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen verloren –und am Sonntag (19.30 Uhr, DAZN) bitter mit dem VfB Stuttgart ausgerechnet die Mannschaft der Stunde zum heißen Tanz in der Allianz Arena. Sollten die Bayern die zweite Niederlage in Folge kassieren, droht eine waschechte Liga-Krise. Kapitän Neuer schärfte daher in Manchester schon mal die Sinne und warnt vor Stuttgart: „Sie haben das Momentum und einen guten Start in die Hinrunde gehabt. Sie sind gut zusammengewachsen und haben auch einen Top-Trainer. Von daher ist ihnen viel zuzutrauen.“ Sollten die Schwaben Punkte aus München entführen, ist die nächste bayerische Beziehungskrise vorprogrammiert.

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