München – Magdalena Eriksson war selbst ein bisschen überrascht, als der Ball am Montagabend schon wieder im Netz lag. Gegen Leverkusen erzielte die Innenverteidigerin im dritten Spiel in Folge das 1:0 für die Frauen des FC Bayern, jedes Mal war ihrem Tor ein Eckball oder ein Freistoß vorausgegangen.
„Ich habe mir gedacht: Was passiert hier eigentlich? Ich habe noch nie in drei Spielen hintereinander getroffen“, erzählte die Schwedin und führte dann die Gründe für ihre Torgefährlichkeit an. „Ich denke, es liegt an den sehr guten Vorlagen und unseren guten Standard-Routinen. Wir arbeiten im Training hart daran und nehmen das sehr ernst“, sagte Eriksson (Foto: Imago).
In den vergangenen Spielen waren die Standards der Erfolgsgarant der Bayern. Erikssons Treffer sicherte den Sieg bei Paris Saint-Germain, der der Mannschaft vor dem Heimspiel in der Champions League gegen Ajax Amsterdam am Donnerstag (18:45 Uhr) eine gute Ausgangslage in der umkämpften Gruppe C verschafft. Aktuell liegen die Bayern-Frauen mit vier Punkten aus zwei Spielen auf dem zweiten Platz hinter der AS Rom, die ebenfalls vier Zähler vorweisen kann. Ajax folgt mit drei Punkten, Paris Saint-Germain liegt überraschenderweise nach zwei Niederlagen auf dem letzten Platz.
Gewinnen die Bayern-Frauen das Hin- und das Rückspiel gegen Ajax in der nächsten Woche, könnte je nach den Ergebnissen der Parallelspiele zwischen Rom und PSG der Viertelfinaleinzug sogar schon vor Weihnachten feststehen. Einfach wird das nicht. „Wir spielen in einer Gruppe, in der alle Mannschaften weiterkommen können. Deswegen gibt es auch Ergebnisse, die man nicht immer so erwartet. Ajax ist ein guter Gegner. Sie haben PSG geschlagen“, warnte Sydney Lohmann.
Vor allem Ajax-Stürmerin Romée Leuchter gilt es im Blick zu behalten, die niederländische Nationalspielerin hat in neun Ligaspielen acht Tore erzielt. Und vielleicht hilft auf der anderen Seite den Standard-Königinnen ja wieder ein Freistoß oder ein Eckball. „Es ist immer gut, wenn man ein Standard-Tor hat. Das ist in den engen Spielen sehr wichtig. Da haben wir eine Stärke“, erklärte Lohmann. „Wir haben mit Jérôme Reisacher einen sehr, sehr guten Standard-Trainer, der sehr detailliert mit der Mannschaft an den Standards arbeitet. Er macht einen sehr guten Job“, lobte Trainer Alexander Straus.
Dazu kommt, dass die Bayern-Frauen eine ganze Reihe hervorragender Standard-Schützinnen haben. Klara Bühl und Katharina Naschenweng beispielsweise, die die Tore von Eriksson mit ihren Hereingaben vorbereiteten. Lina Magull und die derzeit am Kreuzband verletzte Carolin Simon sind hier ebenso zu nennen wie Giulia Gwinn, die das zweite Tor gegen Leverkusen mit einem herrlichen direkten Freistoß erzielte. Bühl wird gegen Ajax allerdings fehlen, die Nationalspielerin zog sich gegen Leverkusen eine Muskelverletzung zu. Ausschließen wollte Straus aber nicht, dass sie vor Weihnachten auf den Platz zurückkehren könnte. Spannend wird auch, ob es die am Knie verletzte Pernille Harder nochmal in den Kader schafft. Die Dänin kann übrigens auch sehr gute Freistöße schießen. CHRISTIAN STÜWE