München – Den Jahreswechsel verbrachte Xabi Alonso (42) mit seiner Familie in Dubai, am Mittwoch bittet der Chefcoach von Bayer Leverkusen seine Mannschaft zum Trainingsauftakt. Das verbleibende Spiel der Hinrunde am 13. Januar beim FC Augsburg und die anschließende Rückrunde möchte der Spanier mit seinen Leverkusener Tabellenführern ähnlich erfolgreich bestreiten wie die bisherige Saison, im Idealfall winkt am Ende sogar die Meisterschaft – mit einem Club, der für sein Scheitern berühmt ist („Vizekusen“).
Durch seine erfolgreiche Arbeit an der Seitenlinie hat der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler die Aufmerksamkeit diverser europäischer Topclubs auf sich gezogen. Lange Zeit wurde darüber spekuliert, dass Alonso die Nachfolge von Carlo Ancelotti (64) bei Real Madrid im Sommer antreten könnte, sollte dieser – wonach es lange aussah – die brasilianische Nationalmannschaft übernehmen. Doch am Freitag verkündeten die Königlichen, dass Ancelotti seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2026 verlängert hat.
Bereits im Oktober ging die Meldung um, dass in Alonsos Vertrag in Leverkusen Ausstiegsklauseln für die drei großen Vereine stünden, für die er einst spielte: Real, FC Liverpool, Bayern München. Ende November machten in Spanien dann Meldungen die Runde, wonach Alonso bereits im Sommer 2024 den Cheftrainer-Posten des FC Bayern übernehmen könnte. Das spanische Portal Ok Diaro geht nun einen Schritt weiter und meldet, dass der deutsche Rekordmeister unmittelbar vor einer Verpflichtung Alonsos stünde.
Diese Meldung ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Zur Wahrheit gehört zwar, dass Teile der Führungsetage die Arbeit von Thomas Tuchel (50) in München mitunter kritisch beäugen. Vor allem das Pokal-Aus mit einer B-Elf gegen Saarbrücken und die 1:5-Blamage bei Eintracht Frankfurt haben Spuren hinterlassen. Aktuell sitzt Tuchel aber fest im Sattel, ohne das Leverkusener Hoch würden die Bayern in der Bundesliga wie gewohnt auf Platz eins stehen. Tuchels Vertrag beim FC Bayern läuft erst im Sommer 2025 aus.
Freilich kann sich das Trainer-Karussell in München bekanntlich schnell in Bewegung setzen (siehe Tuchels überraschende Einstellung nach der Entlassung von Julian Nagelsmann im März 2023 quasi aus dem Nichts) – und mit Xabi Alonso gibt es nun zumindest eine Art „Schatten-Trainer“. Prominenter Name, Stallgeruch, ein Mann, dem der Bayern-Job zugetraut wird. Manche verspüren schon die Schwingungen der Pep-Guardiola-Zeit. Der Welttrainer hatte Alonso als Stärkung für sein Mittelfeld erbeten. In München überzeugte Alonso nicht nur mit sofortiger spielerischer Anpassung, sondern auch als „role model“ außerhalb des Feldes. Obwohl seine Zeit in Deutschland darauf begrenzt schien, die Spielerkarriere abzurunden, befasste er sich mit Sprache und Kultur des Landes – eher ungewöhnlich für einen schon älteren Fußball-„Legionär´“.
Und es meldet sich auch ein Fürsprecher aus dem Umfeld des FC Bayern. Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld (74) schwärmt in höchsten Tönen davon, „wie Xabi Alonso die Mannschaft führt und welche Ausstrahlung er hat. Er bleibt ruhig, er ist ein Vorbild an der Seitenlinie für viele andere Trainer. Er war ja selbst ein großartiger Mittelfeldspieler und man sieht, dass er seine Philosophie auf die Mannschaft übertragen hat.“ Vielleicht auch künftig auf den FC Bayern …
Zumindest hat sich der größte Konkurrent Real selbst aus dem Spiel genommen. Und der FC Liverpool ist mit Jürgen Klopp auch noch bis ins Jahr 2026 besetzt bok, gük