Gefährlicher Jubel

von Redaktion

Wellinger war in Oberstdorf-Quali am Rande der Disqualifikation

Garmisch-Partenkirchen – Immerhin: Ernsthafte Sorgen musste sich Andreas Wellinger in den Tagen danach nicht mehr machen. Wie erwartet legte kein Team Protest ein wegen des beim Jubeln entstandenen Lochs, das nach der Qualifikation am Springeranzug des Deutschen aufgerissen war. Sogar Wellinger-Rivale Stefan Kraft winkte ab. „Mag schon sein, dass die Regel so ist“, sagte er, „aber es ist gut, dass er im Wettkampf geblieben ist.“

Denn klar ist auch: Wäre Wellinger nach dem ersten Tournee-Ernstfall am vergangenen Donnerstag zu den nach dem Zufallsprinzip durchgeführten Materialtests ausgewählt worden – der Deutsche Skiverband wäre sein heißestes Eisen im Rennen um den Tourneesieg schon wieder los.

Denn das Reglement der FIS lässt für derlei Fälle wenig Spielraum, eine Disqualifikation wäre alternativlos gewesen. Das hatte auch Materialkontrolleur Christian Katholgegenüber dem norwegischen Sender NRK betont. Daran ändert auch nichts, dass nach Meinung der Experten ein Loch an jener Stelle des Anzugs für Wellinger im Flug eher nachteilig denn von Vorteil gewesen wäre. Anders als etwa im Schritt, wo die erhöhte Luftdurchlässigkeit den Auftrieb verbessern soll.

Der Ruhpoldinger selbst zeigte sich von der Aufregung freilich überrascht. Ein Malheur wie in Oberstdorf, das tatsächlich erst nach dem Sprung aufgetreten sein soll, sei im Springeralltag nichts Neues. „So ein Anzug hat Nähte“, sagte Wellinger, „irgendwann können die aufreißen. Aber dann muss ich eben weniger jubeln.“  rp

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