Dauer-Baustelle Abwehr

von Redaktion

Davies’ Fauxpas steht sinnbildlich für sein Leistungstief – auch de Ligt sucht weiter seine Form

München – Die Taktik-Anweisung von Trainer Thomas Tuchel (50) war vor dem Spiel klar: Nach Informationen unserer Zeitung sollten die Bayern-Stars gegen Werder Bremen sicher spielen, nicht so viel dribbeln, weil die eigene Konterabsicherung nicht so gut sei wie gewünscht. Der Plan allerdings ging nicht auf. Die Münchner patzten, verloren gegen den Underdog aus dem Norden mit 0:1. Besonders in der Kritik: die Abwehr des deutschen Rekordmeisters.

Vor allem Alphonso Davies (23) erwischte einen rabenschwarzen Tag. Der Linksverteidiger hatte große Probleme mit Bremens Rechtsverteidiger Mitchell Weiser (29). Der Ex-Bayern-Spieler führte den Kanadier regelmäßig vor, so wie beim 0:1 in der 59. Minute. Wie unsere Zeitung erfuhr, wird die Leistung von Davies seit Monaten in der Führungsetage des FC Bayern kritisch gesehen. Intern wird vermutet, dass ihm die bereits lang anhaltenden Spekulationen über einen Wechsel zu Real Madrid beeinflussen. Die Königlichen wollen Davies im Sommer verpflichten. Die Gespräche über einen Verlängerung seines 2025 auslaufenden Vertrags beim FC Bayern stocken seit vergangenem Frühjahr.

Die Bayern-Abwehr gleicht einer Dauer-Baustelle. Auch die Zukunft von Matthijs de Ligt (24) ist ungewiss. Der Niederländer war unter Ex-Coach Julian Nagelsmann (36) noch Abwehrchef, bei Tuchel hat er allerdings einen schweren Stand. Der Coach will einen vertikalen schnellen Spielaufbau seiner Innenverteidiger sehen. De Ligt hat dabei Probleme. Auch gegen Werder spielte er oft quer und setzte seine Mitspieler mit unglücklichen Zuspielen unter Druck. Seine Abwehr-Kollegen Dayot Upamecano (25) und Minjae Kim (27), der aktuell mit Südkorea beim Asien-Cup in Katar weilt,haben Tuchels Forderungen besser verinnerlicht. Hinzu kommt, dass De Ligt in den vergangenen Monaten mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Im Kurz-Trainingslager zog er sich eine leichte Kapselverletzung im Knie zu. Nun ist er wieder fit. „Ich bin glücklich, dass ich wieder ein bisschen freier fühle. Hoffentlich kann ich mit mehr Rhythmus auch mehr Leistungen bringen“, sagte de Ligt, der im Sommer möglicherweise weitere Konkurrenz bekommt. Tuchel will einen Abwehrchef.

Aktuell liegt das Haupt-Augenmerk auf einem Rechtsverteidiger – auf Vollzug bei Nordi Mukiele oder Kieran Trippier wartet man aber seit Tagen vergeblich. „Keinen Blödsinn“ werde man machen, „nichts Unvernünftiges“, sagte CEO Jan-Christian Dreesen am Sonntag. Auch ohne einen neuen Mann aber könnte gegen Union Bewegung in die Abwehr kommen. Ausgeschlossen ist es nicht, dass Tuchel Davies austauscht – und seinen Liebling Raphael Guerreiro links hinten ran lässt.  pk, hlr, vt

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