Kurt Klühspies (Kapitän der Weltmeister von 1978): „Es war natürlich manchmal holprig, aber ich habe das Gefühl, dass sich die Mannschaft über das Turnier gefestigt hat. Und sie hat gezeigt, dass sie international mit allen mithalten kann – gerade gegen Ungarn und teilweise gegen Frankreich. Das letzte Spiel gegen Kroatien ist schwer. Da willst du nur irgendwie durchkommen, dich nicht verletzen. Gegen Dänemark ist es nicht unmöglich, auch wenn das schon enorme Qualität ist. Da spielt jeder Einzelne Schlüsselrollen in Topligen. aber da müsste jetzt natürlich alles passen. Der Torwart muss überragend halten, vielleicht 3-4 Heimpfiffe von den Schiedsrichtern – die Halle ist ohnehin da. Und wenn es das Spiel um den dritten Platz wird, dann ist das vielleicht sportlich gerechter, aber da ist dann alles möglich.“
Daniel Stephan (Europameister 2004): „Was extrem gut funktioniert hat, war der Auftakt. Das Spiel gegen die Schweiz hat Euphorie ausgelöst, die man jetzt im Land spürt. Und die Mannschaft hat mir gut gefallen, gerade was den Einsatz und den taktischen Bereich angeht. Natürlich gab es auch Probleme, gegen Österreich lag mein Herz zwischendurch auch auf dem Boden. Aber die Mannschaft ist jung und entwickelt sich noch. Mit Alfred Gislason hat sie einen Bundestrainer, der ein gutes Händchen hat. Mit Andreas Wolff hat man den weltbesten Torwart. Jetzt ist man erst mal im Halbfinale, das war ja das Ziel. Dort ist die Chance sicher klein, Dänemark ist im Kader klar besser besetzt. Aber wenn jeder, auch mit den Zuschauern im Rücken, die Leistungsgrenze erreicht, dann gibt es eine kleine Chance. Aber vor allem die Wurf-Quoten müssen definitiv besser werden.“
Christian Schwarzer (Weltmeister 2007): „Ich war ja gegen Island in Köln. Die Atmosphäre in dieser Halle ist wie 2007, einfach phänomenal. In dieser Halle ist alles möglich. Ich habe im Sport zu viel erlebt. Wer hat erwartet, dass der 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal gegen Bayern gewinnt? Wer hat Österreich so eine Rolle bei dieser EM zugetraut? Die deutsche Mannschaft hat offensiv manchmal geschwankt, das sollte jetzt natürlich nicht mehr passieren. Aber sie hat mich bei diesem Turnier vor allem in der Abwehr mit den beiden Torhütern dahinter überzeugt. Okay, das haben die Dänen auch. Aber ich sehe zwei Teams auf Augenhöhe. Die dänische Bank ist vielleicht ein bisschen besser, aber das müssen sie auch erst mal zeigen. Du musst von Anfang an in das Spiel reinkommen, die Halle mitnehmen und das Spiel so offen und eng halten wie möglich. Dann sehe ich eine absolut realistische Chance.“
Carsten Lichtlein (Europameister 2016): „Es gibt schon Parallelen zu 2016, wir waren damals ja eine ähnlich junge Mannschaft. Damals haben wir Dänemark in der Hauptrunde geschlagen, das müsste jetzt im Halbfinale klappen. Das ist die weltbeste Mannschaft, ganz klar, insofern bräuchte man schon einen Supertag. Angefangen im Tor, aber die beiden spielen eh ein richtig gutes Turnier. Abwehr und Angriff fand ich bis jetzt trotz aller Schwankungen nicht so schlecht. Die Effizienz fehlte halt in einzelnen Spielen, das darf dir gegen Dänemark sicher nicht passieren. Das ist eine andere Nummer. Aber egal wie es ausgeht, der Handball hat schon gewonnen. Das erinnert von der Atmosphäre schon an 2007. Hoffen wir mal, dass man den Schwung diesmal ein bisschen besser mitnehmen kann.“ rp