München – Raphael Guerreiro (30) gilt als Lieblingsschüler von Trainer Thomas Tuchel (50). Die beiden arbeiteten schon bei Borussia Dortmund zusammen. Nun glänzte der Portugiese endlich auch beim FC Bayern. Beim 1:0 im Nachholspiel am Mittwoch gegen Union Berlin erzielte Guerreiro das Goldene Tor – als Linksverteidiger. Er ersetzte den schwächelnden Alphonso Davies (23) und überzeugte. Zuletzt hatte ihn Tuchel noch im zentralen Mittelfeld eingesetzt. Stellt sich die Frage: Auf welcher Position ist der ehemalige BVB-Star für Bayern am wertvollsten?
„Ich bin einfach glücklich, wenn ich auf dem Platz bin“, sagte Guerreiro diplomatisch beim amerikanischen TV-Sender ESPN. „Links hinten oder zentrales Mittelfeld – das ist für mich dasselbe. Natürlich gibt es Unterschiede beim Denken oder bei den Bewegungen. Aber ich bin immer bereit, auf jeder der Positionen zu spielen.“
Und was sagt Tuchel dazu? „Grundsätzlich haben wir ihn als Linksverteidiger verpflichtet“, sagte der Trainer am späten Mittwochabend. Guerreiro sei nach seiner Verpflichtung im Sommer immer wieder von Verletzungen geplagt gewesen. „Dann hat er gegen Stuttgart sein erstes Saisonspiel von Beginn an gemacht, sofort auf der Doppel-Sechs“, erklärte Tuchel. „Da hat er sehr gut gespielt. Dann hat er auch so gut trainiert, dass wir ihn erst mal in den letzten beiden Heimspielen dort gelassen haben. Er kann mit Sicherheit auch als Achter spielen in einem 4-3-3 oder 4-1-4-1.“
Generell sei Guerreiro ein Linksverteidiger: „Da hat er die meiste Erfahrung. Wenn alle gesund sind, sollte er da normalerweise in die Konkurrenz mit Phonzy (Davies/Red.) gehen.“ Fakt ist allerdings: Zuletzt schnappte sich der gelernte Linksverteidiger meist die Lieblingsposition von Leon Goretzka (28) im Zentrum neben Joshua Kimmich (28). Spricht nicht unbedingt für den deutschen Nationalspieler, der unter Tuchel ohnehin einen schweren Stand hat.
Gegen Union durfte Goretzka immerhin wieder mal von Beginn an im Mittelfeld ran. „Mein Anspruch ist, zu spielen“, stellte Goretzka klar. An eine Flucht im Sommer denke der Nationalspieler (Vertrag bis 2026) nicht. pk, bok