Paris – Bei seinem Pariser Pflichttermin nahm Julian Nagelsmann die deutschen Nations-League-Lose ganz gelassen entgegen. Warum auch nicht? Einerseits lässt sich der Bundestrainer auch im edlen Konferenzzentrum „Maison de la Mutualite“ nicht von der alles überragenden Heim-EM im Sommer ablenken. Und andererseits weiß Nagelsmann ja gar nicht, ob er zum Start der vierten Ausgabe der Nationenliga im September überhaupt noch im Amt ist.
Die Niederlande, der EM-Gegner Ungarn und Bosnien-Herzegowina sind es am Donnerstag am Seine-Ufer schließlich geworden, gespielt wird mit Deutschland in der Top-Liga A im September, Oktober und November. Das neu geschaffene Viertelfinale der Besten-Liga findet im März 2025 statt, das Final-Four-Turnier wird im Juni 2025 ausgetragen.
54 von 55 UEFA-Nationen waren am Donnerstag zwischen Louvre und Notre Dame im Lostopf, nur Russland ist wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine weiterhin ausgeschlossen. Bei der A-Auslosung fehlte England: Der Weltmeister von 1966 war bei der dritten Auflage als Gruppenletzter hinter Italien, Ungarn und Deutschland abgestiegen.
Nagelsmann hat derzeit ganz anderes im Kopf. Der letzte Auftritt seiner Nationalmannschaft verlief in Wien gegen Österreich (0:2) blamabel, das Duell mit der Türkei davor (2:3) war auch nicht gerade ein Euphoriezünder. Ende März stehen die Härtetests gegen Frankreich in Lyon und in Frankfurt/Main gegen die Niederlande auf dem Programm.
Es sind die letzten Spiele, bevor der Bundestrainer seinen EM-Kader benennen muss, in den momentan der Stuttgarter Stürmer Deniz Undav drängt. Angeblich, so ist zu lesen, hat Nagelsmann ihn schon über die März-Nominierung informiert. Der Bundestrainer habe Undav „auf dem Zettel“, versicherte DFB-Sportdirektor Völler, „Das hat er auch verdient.“
So richtig ernst wird es Ende Mai. Vom 26. bis 31. bittet Nagelsmann seine Nationalmannschaft in der unmittelbaren Vorbereitung in ein sechstägiges Trainingslager vor den Toren Weimars. Das luxuriöse „Spa- und GolfResort Weimarer Land“ bietet alles, was Nagelsmann schätzt, wurde aber vor allem erwählt, um den Osten Deutschlands noch besser ins Turnier einzubinden.
Danach geht es in den Süden nach Herzogenaurach, wo die deutsche Mannschaft ihr EM-Quartier bei ihrem Partner adidas beziehen wird. Zwei weitere Tests vor dem EM-Auftakt gegen Schottland am 14. Juni werden wohl in Kürze angesetzt, einer davon wahrscheinlich ganz in der Nähe in Nürnberg. Weitere EM-Gruppengegner sind Ungarn) und die Schweiz. sid