Quo vadis Türkgücü? Schließt der Regionalligist eine Baustelle, klafft an anderer Stelle wieder ein neues Loch auf. Nach dem vorerst abgewendeten finanziellen Ruin im Winter rückt das Stadiondilemma in den Vordergrund. Neben dem FC Bayern II und dem TSV 1860 dürfen fortan wohl die Fußballerinnen des FFC Wacker München ihre Heimspiele im Grünwalder Stadion austragen.
Findet der Klub fristgerecht kein regionalligataugliches Stadion, droht dem Verein der Zwangsabstieg in die Bayernliga. Einen Antrag im Rahmen der Lizenzierung für die Regionalliga und die Bayernliga hat Türkgücü bereits gestellt. Um dem Abstieg allerdings entgegenzuwirken, befindet sich Türkgücü mit dem Sportamt im Austausch, bestätigt Präsident Taskin Akkay gegenüber unserer Redaktion. Der Verein hoffe nun auf eine gemeinsame Lösung, so Akkay: „Wir wollen einfach nur Regionalliga in München spielen. Wir bestehen nicht aufs Grünwalder Stadion, aber wir hatten bereits eine Zusage.“
Demnach erhielt Türkgücü am 2. Februar eine E-Mail, die dem Verein das Stadion für zwölf Heimspiele für die kommende Saison zugesichert hat – Anfang März folgte nun die Absage zugunsten des FFC Wacker München, da dieser in einer höheren Spielklasse spielen. „Wir wissen nicht, was jetzt zählt und schieben niemanden eine Schuld zu“, sagt Akkay.
„Die Anfrage von Wacker und die Entscheidung der Stadt sind legitim. Aber die Frage muss erlaubt sein, wo Türkgücü hin soll.“ Aktuell hofft der Verein wieder einmal auf das Dantestadion. Das wiederum soll allerdings aktuell nur für Leichtathletik und American Football genutzt werden. „Die Lösung kann doch nicht sein, dass kein Verein in München ohne enorme Kosten Regionalliga spielen kann“, sagt Akkay.
BORIS MANZ