Brasiliens Trainerikone Luiz Felipe Scolari (75), der die Selecao vor 22 Jahren zu ihrem fünften und bislang letzten WM-Titel geführt hatte, ist am Mittwoch nach nur neunmonatiger Amtszeit beim brasilianischen Erstligisten Atletico Mineiro aus Belo Horizonte entlassen worden und steht nun wohl vor dem Ende seiner Trainerkarriere. „Felipao“, unter anderem zweimal Meister in Brasilien, viermal Pokalsieger, zweimal Copa-Libertadores-Sieger, fand bei Atletico mit Stars wie Hulk oder Paulinho nie richtig in die Erfolgsspur, fuhr nur 19 Siege in 41 Spielen ein und legte sich zuletzt auch noch mit Fans und Medien an. In seiner 42-jährigen Trainerlaufbahn stechen zwei Spiele gegen Deutschland heraus: der 2:0-Triumph im WM-Finale 2002 in Yokohama und das 1:7-Debakel im WM-Halbfinale der Heim-WM 2014. Scolari arbeitete auch als Nationaltrainer Portugals (EM-Zweiter 2004, WM-Vierter 2006) und für den englischen Topclub FC Chelsea. Zudem hatte er Engagaments in Usbekistan und im Mittleren Osten. imago