Bayerns Kaderplaner vor dem Abschied

von Redaktion

Basketball-Manager Daniele Baiesi soll laut Medienberichten zum Saisonende sein Engagement in München beenden

München – Man musste in den vergangenen Monaten schon genau hinsehen, um den kleinen Mann aus Bologna zu finden. Fast im Verborgenen, vom Spielerausgang verfolgte Daniele Baiesi meist die Spiele. Und wie die Dinge stehen, wird man den Manager der Basketballer des FC Bayern auch dort bald vergebens suchen. Das italienische Internet-Medium „Eurodevotion“ – immerhin Italiens offizieller Medienpartner der Euroleague – vermeldete am Donnerstag , der 48-Jährige werde sich „aus persönlichen Gründen“ zum Saisonende aus München verabschieden.

Weder der Verein noch Baiesi selbst wollten die Meldungen aus der Heimat zunächst kommentieren. Doch die Nachricht passt zu den Entwicklungen des vergangenen Jahres. Nach dem Ende der Vorsaison hatte erst der Italiener selbst öffentlich gemacht, dass sein Engagement bereits im Frühjahr per Handschlag um ein Jahr verlängert worden war. Der Verein äußerte sich zu dem Thema auch auf Nachfrage offiziell nie.

In der Folge trat der gelernte Journalist noch zweimal offiziell in Erscheinung. Einmal bei der Präsentation des neuen Trainers Pablo Laso, einmal bei den Pressekonferenzen zur Saisoneröffnung. Danach blieb Baiesi bei den Bayern eher eine Randerscheinung im aktuellen Bayern-Geschehen. Auffällig auch: Mit Laso, neben dem er immerhin der Hauptverantwortliche für die Entwicklung der Mannschaft ist, trat er seit dessen Amtsantritt nur selten öffentlich in Erscheinung. Anders als etwa bei dessen Vorgänger Andrea Trinchieri, mit dem er trotz der überlieferten Mißtöne aus dem letzten Teil der gemeinsamen Bamberger Tage in München ein enges Verhältnis gepflegt haben soll.

Klar ist auch: Laso war mindestens bei einzelnen Transfers des letzten Sommers selbst federführend. Allen voran natürlich beim namhaftesten. NBA-Veteran Serge Ibaka hatte der Bayern-Trainer selbst kontaktiert und auch die letztlich entscheidenden Gespräche geführt um seinen Landsmann mit kongolesischen Wurzeln zum Umzug nach München zu bewegen.

Baiesi ist seit 2017 für den FC Bayern tätig. Obwohl er selbst nie ernsthaft als Aktiver in Erscheinung getreten war, hat sein Name in der Szene einen guten Klang. Spätestens seit seinem Engagement in Bamberg, wo er mit mehreren außergewöhnlichen Spielerentdeckungen auffällig wurde. Den späteren Bamberger Meister-Regisseur Brad Wanamaker etwa holte Baiesi vom italienischen Provinzclub Pistoia. Bei den Franken entwickelte sich der US-Amerikaner zu einer der prägenden Spielerpersönlichkeiten Europas. Nach seinem Abschied schafft Wanamaker über Darüssafaka und Fenrbbahce Istanbul den Wechsel in die Basketball-Traumfabrik NBA, wo er vor zwei Jahren bei den Washington Wizards seine Karriere beendete. An Daniele Baiesi wird nicht nur er beste Erinnerungen haben. PATRICK REICHELT

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