Blitztor mit Ansage

von Redaktion

Sieben-Sekunden-Treffer von Wirtz war geplant, eine Generalprobe hatte es aber nicht gegeben

Lyon – Mit dem Blitz-Tor nach sieben Sekunden hatte die deutsche Nationalmannschaft den französischen Vize-Weltmeister völlig überrumpelt: Deutschland hatte Anstoß, Toni Kroos schlug den Ball mit seinem ersten DFB-Comeback-Kontakt präzise ins gegnerische Angriffsdrittel zu Florian Wirtz. Und der Leverkusener fackelte nicht lange, dribbelte kurz an – und versenkte die Kugel zum 1:0 unter der Latte.

„Besser kann man in ein Spiel nicht starten“, freute er sich: „Ich bin froh, dass ich endlich mein erstes Tor für Deutschland geschossen habe.“ Ungläubige Blicke bei den Franzosen auf dem Platz und auf der Tribüne. Dieser Treffer war von langer Hand erdacht, wie Vorlagengeber Kroos verriet: „Die Standardtrainer hatten jetzt vier Monate Zeit gehabt, sich etwas auszudenken. Das war schon geplant.“

Die Lorbeeren aus dem Trainerteam heimste Standard-Coach Mads Buttgereit ein. „Das war herausragend gemacht“, lobte Bundestrainer Julian Nagelsmann. Zur Erinnerung: Der Individualtrainer kam vom dänischen Verband im Sommer 2021 auf Anraten von Ex-Bundestrainer Hansi Flick zum DFB. „Wir haben vor dem Spiel gesprochen, dass es die Möglichkeit gibt – weil die Franzosen hoch stehen beim Anstoß und pressen wollen. Das war dann genau die Bewegung, die uns unser Standard-Trainer vorgegeben hat“, berichtete Ilkay Gündogan und verriet, dass auch Kai Havertz einen großen Anteil hatte: „Toni hat es super gemacht. Kai den Laufweg, den er machen musste. Dadurch gab es vor der Kette Platz für Flo. Der hatte dann die Ruhe und den perfekten Abschluss.“

Jamal Musiala schwärmte in ähnlichen Tönen von seinem Youngster-Kollegen: „Mit seiner Qualität kann er solche Dinger reinmachen.“

Lyon jedenfalls erlebte eine gloriose Erstaufführung – ohne Generalprobe. „Trainiert haben wir das nie, aber wir sind es auf der Leinwand durchgegangen“, sagte Wirtz, sein kongenialer Partner Musiala berichtete: „Mads hat gesagt, wir sollen das beim Kick-off mal versuchen.“

Der Münchner und Wirtz tüfteln regelmäßig daran, wie sie ihr Zusammenspiel noch effektiver gestalten können: „Wir schauen, wie wir unsere Dribblings und Zuspielen verbessern können. Wie beim 2:0, als ich tief gegangen bin und Flo den Ball gespielt hat.“

Auffällig: Auch die Ecken und Freistöße kamen in Lyon wieder deutlich präziser. Ob Buttgereit auch für die EM noch ein paar Standard-Asse im Ärmel hat? MANUEL BONKE

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