München – Das Ausrüster-Beben beim DFB erhitzt weiter die Gemüter. Am Samstag konterten die DFB-Boss im ZDF die harschen Vorwürfe aus der Politik. Die Kritik mache ihn „ein Stück weit fassungslos“, sagte Präsident Bernd Neuendorf, der sich explizit über den von Wirtschaftsminister Robert Habeck angeprangerten fehlenden „Standort-Patriotismus“ ärgerte. „Hier geht es um Wettbewerb, hier geht es um Marktwirtschaft“, die Aussagen seien „sehr eigenartig“ gewesen.
Um die Wogen zu glätten, bot der Ex-Politiker ein Gespräch an. Habeck nahm dankend an. „Reden immer gern – dann vielleicht auch über Sport, Tradition und Kapital und gern auch über die Förderung des Jugendsports“, so der Grünen-Chef.
Auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig äußerte zuvor sein Unverständnis: „Ich habe mich schon sehr gewundert, dass Politiker kenntnisfrei und vor allem ohne Faktenlage sich populistisch soweit aus dem Fenster lehnen. Da hätte man vielleicht doch das ein oder andere Mal besser geschwiegen.“
Noch einen Schritt weiter ging Hans-Joachim Watzke: Es gebe „Leute, die haben vor fünf Jahren noch gesagt: „Vaterlandsliebe kotzt mich an“ und entdecken jetzt auf einmal den Patriotismus“, sagte der DFB-Vize bei Sky. Die Differenz der Angebote sei „gigantisch groß“ gewesen.
Der DFB hatte am Donnerstag mitgeteilt, den bis Ende 2026 gültigen Vertrag mit Dauerpartner Adidas auslaufen zu lassen und sich von 2027 bis 2034 Nike ausrüsten zu lassen. Der US-Gigant soll mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr überweisen – circa doppelt so viel wie Adidas. la