Mit „jungen Toren“ ins Halbfinale

von Redaktion

Münchner U 23-Stürmer sorgen für vierten Sieg gegen Wolfsburg

VON GÜNTER KLEIN

München – Es ist vollbracht, der EHC Red Bull München steht im Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga, er hat gegen die Wolfsburg Grizzlys einen „Sweep“ gelandet: vie Spiele, vier Siege. Die letzte Etappe wurde am Sonntag vor ausverkaufter Olympia-Eishalle (5728 Zuschauende) mit einem 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)-Erfolg bewältigt. Vor allem: erarbeitet-

Die ersten drei Spiele waren – wie ja auch die Ergebnisse )6:3, 7:3, 4:3) verrieten – wilde Ballereien, teilweise mit einer Härte geführt, die den Gegner einschüchtern sollte. Die vierte Begegnung hatte einen gänzlich anderen Charakter: den München nicht so offensivberauscht wie noch am Freitag, als man im zweiten Drittel 22 Schüsse abfeuerte, dafür kontrollierter und noch wachsamer in der Abwehrarbeit – und die Grizzlys nach einer für sie bisher von Missverständnissen und Aussetzern geprägten Serie hochkonzentriert. Wolfsburgs kanadischer Trainer Mike Stewart hatte seiner Mannschaft die Idee in den Kopf gepflanzt, dass nur dieses eine Spiel zähle, zur Stärkung der Moral jedoch auch erzählt: „Ich war als Spieler und Trainer je zweimal in einer Serie 0:3 hinten – und habe dreimal noch gewonnen.“ Nur noch nicht in der DEL. Da sagt das Geschichtsbuch: Ein Best of Seven wurde aus einem 0:3-Rückstand heraus noch nie gedreht. Und dabei bleibt es vorläufig,

Stewart brachte erstmals in den Playoffs und seit Anfang Februar das alte Schlachtross Armin Wurm aufs Eis, der 34-jährige Füssener wird nach 15 Jahren in Wolfsburg seine Laufbahn beenden, jedes Spiel kann sein letztes sein – und das gestrige war es auch. Den Platz im Tor behielt Hannibal Weitzmann, der zum dritten Spiel übernommen hatte. Vier Sekunden vor Ende des ersten Drittels stoppte er einen Konter von EHC-Stürmer Mai Kastner. Aber etwas mehr beschäftigt war gegenüber Mathias Niederberger, die Grizzlys versuchten immer wieder, ihm die Sicht zu nehmen,

Beide Teams waren darauf bedacht, Strafzeiiten zu vermeiden. Das ging bis zur 24. Minute auf, dann musste der Münchner Abeltshauser als Erster runter. Nachdem er zurück war, brachten die Grizzlys die Scheibe über die EHC-Torlinie – allerdings deckte die Videoanalyse auf: Illegales Tor, erzielt per Schlittschuhkick und nachdem abgepfiffen war. Weiter 0:0 also. Dennoch gingen die Gäste in Führung: In der 37. Minute flog Ex-Nationalspieler Gerrit Fauser der EHC-Abwehr davon. Ärgerlich für München war: Das geschah, als man Überzahl hatte. Les Lancaster vertändelte die Scheibe.

Aber Toni Söderholms Team machte das kurz darauf wieder gut. Gegen Wolfsburg war eine Strafe angezeigt, Niederberger konnte an einen sechsten Feldspieler übergeben, und Veit Oswald machte daraus das 1:1. Es geschah 34,6 Sekunden vor Ablauf des zweiten Drittels. „Schmerzt umso mehr, da ein Tor zu kassieren“, stellte Oswald sich eine psychologische Auswirkung bei den Wolfsburgern vor.

Auf jeden Fall beflügelte es die Münchner, und bei ihnen besonders die für Energie zuständige vierte Reihe. Und nachdem der 19-jährige Oswald getroffen hatte, legte mit Filip Varejcka der nächste Akteur aus der U 23-Generation zum 2:1 nach (46.). Dem EHC halfen diesmal die „jungen Tore“.

Wolfsburg spielte die klassische Schlussoffensive: Torwart raus, in der offensiven Zone festsetzen, aus jeder Lage abziehen. Aber der EHC München, bei dem Verteidiger Emil Johansson einen Puck uns Gesicht bekam und verarztet weitermachte, brachte das 2:1 über die Bühne.

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