Mit sechs Vierfachsprüngen zum WM-Gold

von Redaktion

US-Eiskunstläufer Malinin zeigt überragende Kür – Sakamotos Titel-Hattrick

Montreal – Der amerikanische Eiskunstläufer Ilia Malinin hat sich mit einer fantastischen Kür den WM-Titel gesichert. Der 19-Jährige zeigte am Samstag im kanadischen Montreal sechs makellose Vierfachsprünge und wurde dafür mit einer Kür-Rekordpunktzahl sowie der Goldmedaille belohnt. „Das bedeutet mir sehr viel“, sagte der Sieger des Grand-Prix-Finales.

Die vergangenen paar Wochen seien eine mentale und physische Herausforderung für ihn gewesen. Er habe überlegt, ob er überhaupt nach Montreal zur WM reisen sollte. „Als ich auf das Eis kam, wusste ich nicht, was passieren würde. Ich könnte die Kür meines Lebens laufen oder es könnte total schiefgehen“, sagte Malinin.

Es ging nicht schief. Malinin lag in der Endabrechnung fast 24 Punkte vor Yuma Kagiyama aus Japan. Dritter wurde der französische Europameister Adam Siao Him Fa, der nach einem missglückten Kurzprogramm nahezu aussichtslos 19. gewesen war.

Seinem Spitznamen als „Gott der Vierfachsprünge“ machte Malinin aber wieder alle Ehre. Unter den Sprüngen mit jeweils vier Umdrehungen war auch der schwerste: der Axel. Und die Fans im Bell Centre in Montreal tobten, als Malinin einen Sprung nach dem anderen scheinbar mühelos aufs Eis zauberte. Am Ende des Programms zur Musik aus der Serie „Succession“ ließ sich der Amerikaner aufs Eis fallen. Es schien, als könne er selbst nicht fassen, was er soeben geschafft hatte.

Bei den Frauen holte sich die Japanerin Kaori Sakamoto ihren dritten WM-Titel in Serie. Die 23-Jährige lief nach Platz vier im Kurzprogramm in der Kür noch zu Gold (222,96 Punkte) und machte als erste Frau seit der US-Amerikanerin Peggy Fleming (1966, 1967, 1968) den WM-Hattrick perfekt. Die einzige deutsche Einzel-Starterin Kristina Isaev hatte die Endrunde der besten 24 Starterinnen mit dem 29. Platz im Kurzprogramm verpasst.

Die US-Eistänzer Madison Chock/Evan Bates verteidigten ihren WM-Titel mit einer ausdrucksstarken Kür zu „Time“ von Pink Floyd. Silber ging an die Kanadier Piper Gilles/Paul Poirier, die zwar die Kürwertung gewannen, aber insgesamt hinter den Konkurrenten blieben. Die Europameister Charlene Guignard/Marco Fabbri aus Italien ertanzten sich Bronze.

Nikita Starostin (Dortmund) und die Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan (Oberstdorf) hatten sich nicht für das Finale qualifiziert.  dpa

Artikel 1 von 11