München – Max Eberl hatte seine Osterpläne im Bekanntenkreis vorab verbreitet. „Ihr sucht Eier, ich suche den Trainer“, hatte der Sportvorstand des FC Bayern angekündigt – und die bildliche Vorstellung dieses Szenarios hatte doch etwas Lustiges. Ostersonntag im Garten, hinter einem Busch sitzt Roberto De Zerbi, während aus dem Schatten des Blumenkübels Julian Nagelsmann hervorlugt und Ralf Rangnick unter der schönen Gänseblümchen-Decke liegt. Eberl mittendrin – beim Versuch herauszufinden, welcher nach der Absage von Leverkusens Xabi Alonso nun der größte und goldenste Hase ist.
Das echte Szenario läuft hinter geschlossenen Türen an der Säbener Staße freilich anders ab, aber Eberl ließ nach dem 0:2 (0:1) im Topspiel gegen Borussia Dortmund doch durchblicken, dass er viel zu tun, aber noch wenig zu sagen hat. Als „abklopfen“ bezeichnete er den aktuellen Prozess, noch ist er da in mehrere Richtungen unterwegs. Das gilt allerdings nicht erst seit der Entscheidung von Alonso, die Eberl „nicht berührt“ habe. Lange sei klar gewesen, dass „Ehrenmann Xabi“ Leverkusen nicht verlassen würde – und so wurden die Gespräche mit Nagelsmann und De Zerbi intensiver. Während Nagelsmann sich zwischen dem DFB und seinem Ex-Club entscheiden müsste (Eberl: „Julian und sein Management wissen sehr gut, was sie auf dem Tisch haben“), wird der Brighton-Coach auch von Liverpool umgarnt. Trotz eines bis 2026 gültigen Vertrages sagte er am Wochenende: „Ich möchte mit meinem Verein sprechen, um ihre Pläne zu verstehen. Dann werden wir die Entscheidung gemeinsam treffen.“ Nach einem Nein klang das nicht.
Auch Eberl vernimmt Worte wie diese, wobei der 50-Jährige am Samstag – sichtlich genervt – durchblicken ließ, was er von der Berichterstattung hält, die die Suche nach einem Nachfolger von Thomas Tuchel begleitet. „Ich habe auch schon gehört, dass Antonio Conte mir Spielerlisten geschickt hat“, sagte er, um hinterherzuschicken: „Da seht ihr mal, wie pervers und kurios das ist.“ Das Drumherum nervt – hat aber keinen Einfluss auf die „klaren Ideen und Vorstellungen“, die Sportdirektor Christoph Freund und Eberl im April konkretisieren wollen.
Wie der neue Mann sein soll? Das klingt zumindest aus dem Mund von Sven Ulreich simpel: „Ich will einen Trainer, der uns weiter nach vorne bringt.“ Der angefressene Thomas Müller hingegen sagte: „Ich habe heute keinen Kopf dafür.“ Das kann sich Eberl auf Eier-, äääääh… Trainersuche nicht erlauben. Der Schuss, das wissen alle, muss sitzen. hlr