Hamburg – Steffen Baumgart legte die Stirn in Falten und schaute gestresst umher, er war „unzufrieden“. Natürlich war er das. „Wenn wir oben ran wollen, müssen wir Spiele gewinnen“, sagte Baumgart, doch der Trainer war mit seinem HSV der große Verlierer des Osterwochenendes. Denn: Der schon so lange vom Bundesliga-Aufstieg träumende Traditionsklub rutschte auf Platz vier ab.
„Geht es nur noch um die Relegation?“, fragte das Abendblatt nach dem bitteren 1:1 (0:0) bei der SpVgg Greuther Fürth. Und die Morgenpost schrieb: „Der Super-GAU im Aufstiegskampf rückt für den HSV immer näher“.
Dabei wurde Baumgart als Nachfolger von Tim Walter eigentlich genau dafür geholt – er soll diesen Super-GAU verhindern. Doch während die Rivalen St. Pauli, Kiel, Düsseldorf und Hannover an Ostern alle etwas zu feiern hatten, läuft es beim HSV auch unter dem Ex-Kölner unrund. Baumgarts bisherige Bilanz ist nur Mittelmaß: zwei Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen.
„Ich habe ein Spiel gesehen, das wir aufgrund unserer vielen Möglichkeiten hätten gewinnen können, vielleicht sogar hätten gewinnen müssen“, sagte Baumgart und haderte mit der Chancenverwertung seines Teams, das kurzfristig auf Torjäger Robert Glatzel verzichten musste: „Wofür dieses Ergebnis noch gut ist, werden wir am Ende der Saison sehen.“
Am Ostersonntag entglitt sogar der Relegationsplatz – weil Jomaine Consbruch (77.) per Traumtor für Fürth das Traumtor von Miro Muheim (56.) konterte. Düsseldorf zog nach dem 3:1-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern vorbei. Doch auch, wenn sie es jetzt nicht mehr in der eigenen Hand haben – aufgeben gilt nicht beim HSV. Am Samstag kommt Kaiserslautern ins Volksparkstadion (13 Uhr, Sky). „Klar ist, dass wir die Dinge analysieren und besser machen müssen, um Spiele zu gewinnen“, schwört Muheim sein Team ein. dpa