Leverkusen – Xabi Alonso tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn. „Die Fans sind intelligent. Sie haben Memory (Erinnerungen, d. Red.) an das, was gegen Unterhaching passiert ist“, sagte der Trainer von Bayer Leverkusen über die Anhänger der Werkself, die sich bei den Feierlichkeiten trotz 13 Punkten Vorsprung an der Bundesliga-Tabellenspitze noch zurückhalten – und damit beim Spanier ins Schwarze treffen: „Jetzt ist nicht der Moment, zu feiern. Es ist zu früh.“
24 Jahre nach der verspielten Meisterschaft am letzten Spieltag bei der SpVgg Unterhaching sind die Leverkusener demütig geworden, auch wenn die Bundesliga-Krone zum Greifen nahe ist. Nur noch drei Siege fehlen zum historischen ersten Meistertitel. Sieben Spiele stehen noch aus.
„Wir sind in einer sehr guten Position. Aber wir sprechen nicht über die Meisterschaft, wir sprechen über den nächsten Gegner“, sagte Alonso vor der Partie bei Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Seit 40 Pflichtspielen ist die Werkself ungeschlagen, der souveräne Einzug ins Pokalfinale am Mittwoch verleiht zusätzliches Selbstvertrauen.
Vor dem Pokal-Endspiel in der Hauptstadt am 25. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern liegt der Fokus für Alonso nun voll auf der Bundesliga. „Wir haben erst einmal andere Ziele zu erreichen“, betonte der Spanier, der auch beim kommenden Gegner mit seinem Team mächtig Eindruck hinterlassen hat.
„Wenn wir am Samstag schon gegen Aliens spielen, dann richtig“, schrieben die Eisernen zur Vorstellung eines Sondertrikots mit „Star Trek“-Aufdruck, das den Berlinern am Wochenende gegen den scheinbar unbesiegbaren Tabellenführer übernatürliche Kräfte verleihen soll.
Denn diese braucht es gegen die Werkself, auch wenn die Köpenicker um ihre Heimstärke wissen. „Wir haben das Gefühl, dass Leverkusen noch ein Spiel verlieren wird in dieser Saison. Warum nicht am Samstag?“, sagte Robin Gosens im Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“. Union, das Punkte für den sicheren Klassenerhalt braucht, sei eine „sehr, sehr unangenehme Mannschaft, vor allem in der Alten Försterei“, betonte Gosens: „Wir werden es angehen. Wir werden gewinnen, ich fühle es.“ Dafür braucht es laut Trainer Nenad Bjelica „100 Minuten volle Konzentration“.
Leverkusens Nationalspieler Robert Andrich vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, denn: „Wir haben noch einiges zu erreichen.“