München hält die Eisschach-Serie offen

von Redaktion

Erstes Powerplay-Tor und erster Sieg im dritten Halbfinalspiel – Bremerhavens „Gudi“ patzt

VON GÜNTER KLEIN

Bremerhaven/München – Die Lichter gehen für den EHC Red Bull München im Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch nicht aus. Das Team von Trainer Toni Söderholm reagierte auf dem 0:2-Rückstand in der Best-of-Seven-Serie: Am Freitagabend setzte es den Konter. Mit dem ersten (Auswärts-)Sieg, einem 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) verkürzte München auf 1:2. Man sieht sich schnell wieder – am Sonntag um 17 Uhr steigt in der Olympia-Eishalle Spiel vier. Dem EHC gelang im Vergleich zu seinen ersten beiden Auftritten (0:3, 2:3 nach Penaltyschießen) eine Steigerung – und der Gegner offenbarte einige Schwächen.

„Gudi“ nennen sie in Bremerhaven ihren Torhüter, den Letten Kristers Gudlevskis. „Man macht mal Fehler, diesmal ist Gudi einer passiert“, sagte Hauke Hasselbrink, der Geschäftsführer der Fischtown Pinguins. Ein Lapsus des mächtigen Keepers, darauf hatte der EHC München schon die ganze Serie gewartet. Und Gudlevskis patzte wirklich, in der 7. Minute. Eine stinknormale Situation, er wollte die Scheibe mit der Kelle zu einem seiner Kollegen weiterspielen – und setzte sie genau auf den Schläger des lauernden Münchners Konrad Abeltshauser. Gudlevskis stand neben dem Tor, Abeltshauser schoss hinein. „Glück gehört dazu“, sagte er, „aber wir sind froh, dass wir endlich mal die Führung haben.“

Damit spielte es sich anders. Bestimmender. Der EHC kam besser in seinen gewohnten Forecheck, erzwang von den Bremerhavern Nachlässigkeiten. Die nächste nutzte Maxi Daubner, er legte für Trevor Parkes auf (25.), und so ließ sich auch das zweite Drittel gut an für die Bayern.

Mit zwei Toren vorne zu liegen, das sagt schon was aus in einer Serie, die Münchens Co-Trainer Niklas Hede so beschreibt: „Beide Teams kennen die Spielweise des Gegners. Es wird langsam zum Schach.“ Doch die EHC-Spieler verspürten einen Fortschritt. Maxi Daubner: „Wir setzen sie unter Druck,. das zahlt sich aus.“ Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch nahm schon im Mitteldrittel die Auszeit, die man sich gewöhnlich für die Schlussphase einer Partie aufbewahrt. Er war sichtbar „not amused“. Nach 40 Minuten standen für Bremerhaven karge sieben Schüsse in der Statistik. Der EHC hatte 23.

„Schnellere Entscheidungen treffen, schneller nach vorne spielen“, gab Popiesch-Assistent Alex Sulzer, früherer deutscher NHL-Spieler, für den dritten Durchgang vor. In der 51. Minute klingelte Bremerhaven den Pfosten an – kurz nachdem Skyler McKenzie, einer der wirkungsvollsten Pinguins-Stürmer, nach einer Begegnung mit EHC-Kapitän Patrick Hager in die Kabine humpelte.

So richtig kam der Hauptrundensieger nicht mehr in Schwung. München gelang in der 53. Minute durch Maxi Kastner auch noch sein erstes Powerplay-Tor. 3:0. Als zurückliegende Mannschaft in einem Playoff-Match muss man, einem ungeschriebenen Protokoll folgend, den Torhüter vom Eis nehmen. Das machte Bremerhaven und fing sich noch das 0:4 (DeSousa/58.).

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