Köln – Als die gesamte Anspannung purer Freude wich, hielt es Christian Keller kaum auf dem Sitz. „Da war eine Brüstung im Weg, sonst wäre ich wahrscheinlich auch aufs Feld gelaufen“, sagte der Sport-Geschäftsführer, nachdem sein 1. FC Köln im Abstiegskrimi gegen den VfL Bochum dank zweier Last-Minute-Treffer den erlösenden Heimsieg geholt hatte: „Es war hinten raus krass.“
Die eingewechselten Steffen Tigges (90.+1) und Luca Waldschmidt (90.+2) machten aus einem 0:1 ein 2:1 – und plötzlich wittert der FC im Abstiegskampf Morgenluft. Der FSV Mainz 05 hat als Tabellen-16. einen Punkt mehr als der FC, die davor platzierten Bochumer haben nur noch vier Zähler Vorsprung. „Dass wir es richtig drehen in der Nachspielzeit mit zwei Toren, ist natürlich phänomenal und irgendwie auch kaum zu glauben“, sagte Keller: „Wir haben es die ganze Saison nie gehabt, dass wir ein Spiel richtig drehen.“
Nach dem Schlusspfiff besangen die Fans minutenlang ihre „Weltmeister vom Rhing“ – und Kainz betonte: „Wenn du solche Emotionen mitnehmen kannst und weißt, dass du Spiele drehen und hinten raus noch Tore schießen kannst, dann nimmst du sehr viel Positives mit.“ Jetzt will der FC am Samstag beim angeschlagenen (Noch)-Meister FC Bayern nachlegen, auch „wenn uns natürlich die Kräfteverhältnisse bewusst sind“, sagte Keller. sid