Schon am Wochenende Meister?

von Redaktion

Alonso ist überrascht, dass er so früh mit Leverkusen Titel-Matchball hat

Berlin – Xabi Alonso lächelte verschmitzt und zuckte mit den Schultern. Meister-Matchball? Jetzt schon? „In meinem Plan“, gab der Erfolgstrainer von Bayer Leverkusen zu, „war das ein bisschen später.“ Obwohl der Baske schnell hinterher schob, dass das Titelrennen „noch nicht vorbei“ sei, liegt der Champagner für die gigantische Bayer-Party in einer Woche natürlich längst auf Eis. Doch vielleicht sollten Leverkusens unbesiegbare Triple-Jäger schon einmal nachbestellen.

Die vorzeitige Krönung, die für das kommende Wochenende, den gerade einmal 29. Bundesliga-Spieltag, erwartet werden muss, könnte nur der erste Streich auf einer wahrhaft historischen Reise werden. „Wir hatten Ziele, die wir erreichen wollten. Das war das DFB-Pokalfinale – Ziel Nummer eins erreicht. Wenn wir nächste Woche gegen Bremen deutscher Meister werden, ist Ziel Nummer zwei erreicht“, sagte Mittelfeld-Chef Granit Xhaka: „Und dann kommt hoffentlich Ziel Nummer drei, indem wir in der Europa League so weit wie möglich kommen oder vielleicht sogar was holen können.“

Doch der Reihe nach. Erst einmal die Schale. Für den verfrühten Matchball können sich Alonso und Co. beim FC Bayern bedanken, der diesen durch sein peinliches 2:3 am Samstag beim 1. FC Heidenheim erst ermöglichte, während Bayer bei Union Berlin seine Pflichtaufgabe erfüllte und mit der Seriösität eines Champions und dank eines verwandelten Elfmeters von Florian Wirtz (45.+8) mit 1:0 (1:0) gewann.

Bei nun 16 Punkten Vorsprung auf die Bayern und den VfB Stuttgart reicht Leverkusen auf jeden Fall ein Sieg gegen Werder Bremen am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN), aber die Werkself könnte bei Niederlagen der Konkurrenz gar einen Tag zuvor den Titel vor dem Fernseher gewinnen.

„Die Situation ist super, aber wir wollen nicht zu früh feiern. Wir warten ein bisschen, können vielleicht nächsten Sonntag etwas feiern. Wir müssen Geduld haben“, sagte Alonso. Xhaka klang am ARD-Mikrophon noch etwas forscher: „Wir müssen nach dem Spiel nun darüber reden, dass wir nächste Woche deutscher Meister werden können. So viel Abstand zeigt natürlich, was für eine Saison wir spielen. Wir werden alles dafür tun, dass wir das Ding vor eigenem Publikum zuende bringen.“

Davor müssen die Leverkusener, die in Berlin auch im 41. Pflichtspiel in Serie ungeschlagen blieben, jedoch noch am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen West Ham United ran. Stichwort: Triple-Traum.

Zur Erfüllung dieser fast surreal erscheinenden Utopie wäre es hilfreich, frühzeitig einen Haken hinter die Meisterschaft zu setzen, um mit vollem Fokus das Europa-League-Finale am 22. Mai in Dublin anzupeilen. Und selbstverständlich wäre da noch das DFB-Pokalfinale drei Tage später gegen den 1. FC Kaiserslautern. Spätestens dann sollte das Champagner-Regal wieder gut gefüllt sein.

Verzichten müssen die Leverkusener bei den anstehenden Aufgaben auf Adam Hlozek. Der tschechische Nationalstürmer erlitt während des 1:0 bei Union Berlin nach Vereinsangaben eine Verletzung im linken Sprunggelenk. Er werde „in drei bis vier Wochen“ zurück im Kader erwartet.  sid

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