Plötzlich Publikumsliebling

von Redaktion

Havertz startet mit Verspätung bei Arsenal durch – und befeuert EM-Hoffnung

London – Nach der gelungenen Generalprobe des FC Arsenal für das Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern legte Trainer Mikel Arteta seinen Arm um Kai Havertz und zeigte freudestrahlend auf den seit Wochen formstarken deutschen Fußball-Nationalspieler. „Er hat definitiv einen enormen Einfluss auf das Team“, sagte Arteta auf der Pressekonferenz nach dem 3:0-Sieg bei Brighton & Hove Albion am Samstag. Auch dank Havertz führen die Londoner jetzt punktgleich mit dem FC Liverpool, aber mit der deutlich besseren Tordifferenz die Premier-League-Tabelle an.

Der 24-Jährige hatte das Tor zum 2:0 erzielt und die Vorlage zum 3:0 gegeben. Von den mitgereisten Fans wurde er im Stadion mit lautstarken Gesängen gefeiert. „Er genießt die Anerkennung der anderen Spieler, der Mitarbeiter im Verein und jetzt auch von unseren Fans, das ist sicher“, stellte Arteta anschließend zufrieden fest.

Der frühere Leverkusener hat in Nord-London eine beeindruckende Entwicklung gemacht. Als er im vergangenen Sommer vom Lokalrivalen FC Chelsea zu Vizemeister Arsenal wechselte, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Havertz hatte Chelsea mit seinem Tor 2021 zum Champions-League-Triumph geschossen. „Kai hat vielleicht das beste Tor meiner Trainerkarriere erzielt“, erinnerte sich Bayern-Trainer Thomas Tuchel an die gemeinsame Zeit bei Chelsea. „Er ist ein toller Kerl, er hat einen super Charakter, er ist ein toller Teamspieler. Ich freue mich für ihn, dass er die Wertschätzung bekommt, die er verdient.“

Aber richtig durchgesetzt hatte er sich an der Stamford Bridge nie. Sieben Tore in 35 Spielen der Vorsaison waren nicht das, was sich die Blues erhofft hatten. Zudem ärgerte Arsenal-Fans, dass man dem ungeliebten Ligakonkurrenten aus dem Westen der Stadt mit dem Havertz-Kauf half, denn Chelsea musste damals nach einem beispiellosen Kaufrausch unter den neuen Eigentümern dringend Spieler loswerden, um nicht die Regeln des Financial Fairplay zu verletzen. Obendrein hatten einige frühere Chelsea-Profis bei Arsenal enttäuscht, darunter Jorginho, der nun gegen Brighton die Vorlage zu Havertz’ Treffer erzielte.

Arteta allerdings erkannte das Potenzial in dem jungen deutschen Offensivspieler und sieht sich nach einer durchwachsenen Anfangsphase jetzt bestätigt. Seit Havertz aus dem Mittelfeld in die Spitze gewechselt ist, läuft es. „Ich denke, seine Gesamtleistungen waren echt gut“, sagte der Coach und zog eine positive Zwischenbilanz. „Und jetzt sind seine Zahlen in Bezug auf Torbeteiligungen wirklich hoch.“

Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, der zwischenzeitlich mit Havertz als Linksverteidiger experimentiert hatte, ist beeindruckt und setzt im Angriff auf den 24-Jährigen. „Ich finde, er bringt eine Komponente rein, die wir sonst wenig haben“, sagte Nagelsmann mit Blick auf die EURO. Gut möglich, dass Havertz als englischer Fußballmeister in das Turnier geht.

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