Bremerhaven/München – Es ist vorbei für diese Saison, und es endet eine Ära. Der EHC Red Bull München kassierte am Dienstagabend bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven die vierte Niederlage im fünften Halbfinale, die Best-of-Seven-Serie ist durch das 0:3 (0:0, 0:1, 0:2) gegen den EHC entschieden. Das am Sonntag verloren gegangene Heimspiel (2:3) war der letzte Auftritt in der alten Olympia-Eishalle – und nach „Servus Eisstadion“ hieß es nun auch „Servus Meisterschaft“. München kann den im Vorjahr errungenen Titel nicht verteidigen. Bremerhaven steht erstmals im Finale und wartet nur noch auf den Gegner: Die andere Serie, in der Berlin 3:1 gegen Straubing führt, geht heute weiter.
Über dem Spiel lag die große Frage: Wer erzielt das erste Tor? Eishockey kann zwar ein Hin und Her sein, doch speziell diese Serie hatte in ihren bisherigen vier Episoden eine Gesetzmäßigkeit entwickelt: Wer mit 1:0 in Führung geht, der gewinnt. Also wollte am Dienstagabend in der fünften Partie keiner in Rückstand geraten. „Beide Teams sind vorsichtig, kontrolliert in der eigenen Zone“, beschrieb Bremerhavens Spielmacher Miha Verlic bei einem Zwischendurch-Interview von MagentaSport die Situation im ersten Drittel.
Klar war: München würde vor allem darauf achten müssen, kein Powerplay von Fischtown zuzulassen. Doch das gelang nicht, im zweiten Durchgang musste der EHC sogar in eine längere Unterzahl: Chris DeSousa hatte für einen hohen Stock mit Verletzungsfolge beim Gegner zwei plus zwei Strafminuten bekommen. Die Pinguins aus Bremerhaven schafften es dann auch, das Tornetz erzittern zu lassen (27.) – allerdings: Optische Täuschung, der Puck war ans Außennetz gegangen. Kein Tor. Das Überzahlspiel von Fischtown wirkte nicht so flüssig wie sonst, da fehlte Verteidiger Nicolas Jensen, der im ersten Drittel einen harten Check einfing, in der Kabine verschwand, es im zweiten noch einmal probierte, aber erneut den Dienst quittierte. München kam durch die vier Minuten mit einem Mann weniger, Chris DeSousa lobte: „Phänomenaler Job, jetzt müssen wir antworten.“
Das Momentum trug den EHC ins generische Drittel, die Münchner, bis dahin mit klar weniger Chancen, konnten sich vor Bremerhavens Tor festsetzen. Doch mitten hinein in diese Drangphase: der Konter. Es war Jan Urbas, der Topscorer der DEL-Hauptrunde, der Fahrt aufnahm und sich nicht irritieren ließ, dass er vom Münchner Ryan McKiernan bearbeitet wurde. Urbas netzte klassisch ein – Bremerhaven hatte in der 32. Minute das ersehnte 1:0. „Wir spielen es simpel – wie schon die gesamte Saison“, meinte Ross Mauermann, der mit seiner Quirligkeit dem EHC zusetzte.
Das Spiel war intensiv, voller Zweikämpfe, kein Quadratdezimeter wurde widerstandslos geräumt. München kam schließlich zu seiner ersten Überzahl (42.), machte aber nichts daraus. Schlüsselmomente waren dann, dass nacheinander Smith (49.) und Johansson in die Kühlbox mussten und der EHC sich für 38 Sekunden in doppelter Unterzahl wiederfand. Ein Gewaltschuss von Bruggisser (51.) bedeutete das 2:0. Und er legte, als München ohne Torwart alles riskierte, den Puck ins leere EHC-Gehäuse zum 3:0.