München – Der Countdown läuft, noch einen Tag bis zur 108. Ausgabe der BMW Open (13. bis 21. April). Ab Samstag schlägt die Tennis-Elite, darunter zwei Top-Ten-Spieler, wieder im Iphitos-Club am Englischen Garten auf. Leider fehlen beim mit 650 000 Euro Preisgeld dotierten 250er-Turnier wird Andy Murray (Bänderriss). An Stars mangelt es trotzdem nicht, wir geben einen Überblick über die heißesten Titelanwärter.
Alexander Zverev: Der Weltranglistenfünfte spielt bisher eine starke Saison. Nach dem Australian-Open-Halbfinale im Januar stand er auch in Los Cabos, Indian Wells und Miami unter den besten Vier. Ein Titel fehlt ihm 2024 aber noch. In München triumphierte er 2017 und 2018. „Ich liebe dieses Turnier und ich werde alles daransetzen, wieder erfolgreich zu spielen“, sagte das deutsche Aushängeschild, das nach dem gestrigen Aus in Monte Carlo (5:7, 6:7 gegen Stefanos Tsitsipas) vorzeitig anreisen kann. Begleitet wird der 26-Jährige von seinem gewohnten Umfeld: Trainer und Papa Alexander und Manager und Bruder Mischa. Bisher bei den Turnieren ebenfalls an seiner Seite: Freundin Sophia Thomalla (34). Auch zum Team gehört Freund und Trainingspartner Sergej Bubka Junior – Sohn von Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka.
Neben Zverev hoffen auch 1,93-Meter-Aufschlagriese Jan-Lennard Struff (München-Bilanz: 10 Siege, 6 Niederlagen), Dominik Koepfer (1:1) und Yannick Hanfmann (5:4) auf ein gutes Turnier.
Holger Rune: Bei seinen ersten beiden Starts (2022, 2023) holte der Däne den Titel, vergangenes Jahr in einem dramatischen Finale gegen den ebenfalls wieder gemeldeten Niederländer Botic van de Zandschulp. „Die BMW Open sind ein ganz besonderes Turnier für mich. Natürlich möchte ich meinen Titel wieder verteidigen“, sagt der 20-Jährige. Das Problem: Der Weltranglistensiebte steckt in einer mittelschweren Krise. Die kurze Zusammenarbeit mit Boris Becker ist längst Geschichte, Rune ist zu Ex-Coach Patrick Mouratoglou (Oktober 2022 bis August 2023) zurückgekehrt. Brisant: Noch vor einem Jahr sagte der feurige Däne in einer Netflix-Doku über Mouratoglou: „Die Leute, die ich einstelle, müssen mir helfen. Ich stelle niemanden ein, damit er nur dasitzt.“
Felix Auger-Aliassime: Der kanadische Stern am Tennishimmel feiert sein München-Debüt. Der Weltranglisten-36. überzeugt mit konstanten Leistungen – einen ATP-Titel konnte der 20-jährige aber noch nicht einheimsen. Gecoacht wird er von keinem Geringeren als Toni Nadal, Onkel und langjähriger Coach von Rafael Nadal und damit der Inbegriff eines Sandplatz-Experten.
Jack Draper: Der nächste Neuling. Der 22-jährige Brite ist auf Platz 39 der Welt angesiedelt. Seinen Durchbruch schaffte er 2022, als er zu Beginn des Jahres vier Challenger-Turnier gewann und das Jahr unter den Top 50 beendete. Ende 2023 gewann er das neu gegründete UTS-Turnier – ein spezielles Format mit abgeänderten Regeln (u.a. Zeitlimit, ein Aufschlag, andere Zählweise). Im Finale besiegte der Brite in London Holger Rune mit 3:1.
Dominic Thiem: Nach seiner Finalniederlage 2016 gegen Lokalmatador Phillip Kohlschreiber feierte er letztes Jahr sein Comeback in München. Seit seiner schwerwiegenden Handgelenksverletzung kämpft sich der US-Open-Sieger von 2020 zurück. Die aktuelle Nummer 91. ist dank einer Wildcard dabei.
Vor zwei Wochen gewährte der Österreicher in Portugal einen Einblick in sein Seelenleben. Er vergleiche sich nicht mehr, mit seinem früheren Ich vor der Verletzung. „Es ist eine ganz andere Galaxie. Es sind viele verschiedene Dinge. Ich hatte mehr Kraft, mehr Selbstvertrauen. Ich hatte einfach besser gespielt“, so der Wiener.
Matteo Berrettini: Der 27-Jährige erhält die zweite Wildcard. 2019 schaffte es der Römer bis ins Finale, dort unterlag er dem Chilenen Christian Garin. Der ehemalige Weltranglistensechste hat bereits sieben ATP-Turniere gewonnen, aktuell ist er nach Verletzungen auf Rang 135. abgerutscht. Zuletzt erregte er mehr Aufmerksamkeit im Boulevard durch die Trennung von seiner Freundin Melissa Satta (38) – der Ex von Kevin Prince Boateng.