Die Bayer-Party ist eröffnet

von Redaktion

Mit einer 5:0-Gala gegen Bremen wird Leverkusen erstmals Deutscher Meister

Leverkusen – Xabi Alonso ließ die Bierdusche in der Kabine mit einem breiten Lachen über sich ergehen, dann nahm der Meistermacher von Bayer Leverkusen selbst einen tiefen Zug aus dem riesigen Glas: Nach dem ersten Bundesligatitel der Geschichte brachen bei der Werkself alle Dämme. „Wir müssen heute genießen und feiern mit den Familien, Freunden und Fans. Das war meine erste Saison als Trainer, das Gefühl ist unglaublich“, sagte der Spanier klatschnass bei DAZN. Auch bei seiner Mannschaft war nach dem furiosen 5:0 (1:0) gegen Werder Bremen Party angesagt. „Ich kann das noch gar nicht realisieren. Ich brauche noch ein bisschen, um das in den Kopf zu kriegen“, sagte Dreierpacker Florian Wirtz, während Tausende Fans auf dem Rasen eine riesige Party feierten.

Schon wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff waren die ersten Zuschauer auf den Rasen gestürmt, der Schiedsrichter pfiff die Partie daraufhin erst gar nicht mehr an. Alonso knipste inmitten der Jubeltraube sogar Selfies, ehe er sich in den Spielertunnel rettete. „Deutscher Meister 2024“ stand auf den schwarzen T-Shirts, die wenig später die gesamte Mannschaft trug.

„Ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wir sind immer ans Limit gegangen, das war einfach nur geil“, sagte Jonas Hofmann. Auch gegen Werder ließ die Elf nichts anbrennen. Victor Boniface (25., Foulelfmeter nach Videobeweis), Granit Xhaka (60.) und der überragende Joker Wirtz (68./83./90.) schossen Bayer in den siebten Fußball-Himmel.

Nach Jahrzehnten vergeblicher Versuche, nach Pleiten, Tragödien und fünf Vize-Meisterschaften war es die ersehnte Erlösung für Bayer. „Den Begriff ‘Vizekusen’ habe ich noch nie leiden können – jetzt ist er Geschichte und das absolut zurecht“, sagte Bayers langjähriger Geschäftsführer Rudi Völler.

Vor allem Wirtz wurde zum gefeierten Helden. „Florian ist ein Goldjunge. Davon haben wir im Moment keine fünf Stück auf der Welt“, sagte Ex-Manager Reiner Calmund. Wirtz selbst genoss den Moment: „So eine Saison kann man sich nicht ausmalen. Als wir viele Spiele gewonnen haben, kam irgendwann der Gedanke, dass es mehr geben kann.“

Leverkusen stellte durch das 43. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage nicht nur den europäischen Rekord von Juventus Turin aus den Jahren 2011 bis 2012 ein, die Werkself durchbrach die FC Bayern-Dpminanz.

Schon auf dem Weg zum Stadion musste sich der Teambus durch eine gewaltige Menschenmenge kämpfen. Auch in Kneipen und an Kiosken dominierten die Farben Rot und Schwarz, überall waren Fahnen und roter Rauch zu sehen, dazu konnten sich die Fans bereits vor dem Anpfiff mit Meister-Fanartikeln eindecken. Das Straßenschild der Bismarckstraße war vor der Arena überklebt worden – der Weg hieß am Sonntag kurzerhand „Xabi-Alonso-Allee“. Spieler und Trainer bei Bayer hatten den Bayern und dem VfB Stuttgart am Vortag noch die Daumen gedrückt, um eine Sofa-Meisterschaft zu verhindern.

Zu Beginn wirkte Leverkusen etwas nervös. Erst als Hofmann gefoult wurde und der Schiedsrichter nach Videobeweis auf Elfmeter entschied, nahm Bayer Fahrt auf.

Zur zweiten Halbzeit kam Wirtz – und lieferte eine Gala ab. „Deutscher Meister wird nur der SVB“, sangen die Fans, die Schlussphase, in der Wirtz mit einem Traumtor aus der Distanz erhöhte, entwickelte sich zu einem Schaulaufen.  sid

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